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25. Juli 2017 2 25 /07 /Juli /2017 17:14

Bereits vor 4 Jahren hatte ich (Theo) die Gelegenheit, das Timmelsjoch von der südtiroler Seite (St. Leonhard) mit dem Rad zu erklimmen, siehe http://threehoneyballs.over-blog.de/article-4-september-2013-mit-dem-rad-auf-das-timmeljoch-oder-dem-himmel-nahe-119936942.html

Im letzten Jahr durfte ich mit Kerstin mit dem Kühtai einen weiteren Pass des Oetztaler-Rad-Marathons befahren. In diesem Sommer sind wir erneut im Oetztal, so dass sich die Befahrung des Timmelsjochs von der österreichischen Seite her anbietet. Brenner und Jaufen (als weitere Pässe des Oetztaler) stehen für mich zwar höher in der Priorität, hätten aber eine größere logistische Herausforderung bedeutet. Nun ja, diese Pässe werden ja nicht zurückgebaut ...

Gemäß quäldich.de ist Sölden der Ausgangspunkt für diese Variante der Timmelsjoch-Befahrung. Mit dem Bus bzw. dessen Fahradanhänger erreichen wir diesen Ausgangspunkt bequem. Bereits wenige Minuten vor 9 Uhr radeln wir an der Post los. Schon am Ortsausgang von Sölden beginnt die Straße mit dem Anstieg. Hier zweigt auch die Straße zu den Gletschern, Rettenbach und Tiefenbach, ab. Sportlich ist diese Straße unserem heutigen Vorhaben weit überlegen, aber geographisch gesehen ist es kein Pass, da es keine Überfahrt gibt. (Klugscheißerle! :) )

Wir brauchen bereits den kleinsten Gang, um die Steigung zu bewältigen. Jeder muss "rund" in seinem eigenen Tempo fahren. So ergibt es sich, dass ich einen kleinen Vorsprung herausradele, den ich dann zum Fotographieren verwende. Recht bald lässt die Steigung nach und mit leichtem Gefälle und hohem Tempo rollen wir nach Zwieselstein. Den Abzweig nach Vent, den wir öfters mit dem Bus befahren haben, ignorieren wir und fahren gerade aus.

Nach Zwieselstein erwarten uns die ersten Kehren und heftige Steigungsstücke. Erstmals kommen wir an unsere Belastungsgrenze, so dass eine kleine Verpflegungspause erforderlich wird. Auch gibt es Galerien, die von Kerstin als unangenehm empfunden werden. Insgesamt kommt es jedoch zu keinen gefährlichen Situationen. Radler, Motorradfahrer und Autofahrer respektieren einander. Wäre es nur auch in Wiesbaden so harmonisch!

Irgendwann scheint die Quälerei ein Ende zu haben und etwas überraschend erscheit auf fast ebener Strecke das Ortsschild von Obergurgl. Es sind zwar nur die Vororte dieses bekannten Wintersportortes aber immerhin haben wir etwa die Hälfte der Strecke und Höhenmeter bereits absolviert. Das Zentrum von Obergurgl erreichen wir (zunächst) nicht, denn zuvor geht es nach links ab zur mautpflichtigen Passstraße.

Die gute Laune darob verfliegt rasch, denn die Steigung hat uns sofort wieder im Griff. Gut, dass wir an einer Tagesbaustelle angehalten werden und Luft holen können. Kerstin nutzt es zu einer Wette mit dem netten Nachbarn auf dem Motorrad, wer denn auf den ersten 10 Metern der/die Schnellere sei. "Ihr habt aber Mut", bekommt sie zu hören.

Der nachfolgende Abschnitt ist durchaus anstrengend. Vorbei an Hochgurgl gelangen wir irgendwnn zur Mautstelle auf 2175 m über Meer. Eigentlich dürfte es doch jetzt nicht mehr so weit sein!?

Wir wissen es besser! Einerseits kennen wir den folgenden Abschnitt aus der Autoperspektive in umgekehrter Richtung, andererseits haben wir natürlich die Beschreibung in quäldich.de gelesen. Was jetzt folgt, gehört für Radler zu den großen Gemeinheiten dieser Auffahrt: In rasender Geschindigkeit geht es jetzt über einen Kilometer bergab (!), wobei wir gut 100 der zuvor mühsam errungenen Höhenmeter abgeben müssen. Selbst nach einer Rechtskurve verlieren wir noch einige Meter, bevor wir final das Bett des Timmelsbachs erreichen. Dieser Bach wird uns zwangsläufig zum gleichnamigen Joch führen müssen. Weit über einen Kilometer geht es entlang des Baches bergauf. Geradeaus! Erbarmungslos! Mit großer Steigung! In dieser dünnen Bergluft! Warum tun wir uns das an? Erschöpft aber mit neuer Zuversicht erreichen wir die letzten Kehren vor der Passhöhe. Die Kehren sind psychologisch viel einfacher zu fahren als diese langen, endlosen Rampen!

Seit einiger Zeit beobachten wir zunehmend das Wettergeschehen. Über den hohen Bergen bei Sölden haben sich die Wolken schon dunkel zusammengebraut und gelangen in unsere Richtung. Die Regenschleier sind auch schon bedrohlich nahe und der Wind legt zu und wird zum Sturm. Immerhin günstig aus nordwestlicher Richtung schiebt er uns. Plötzlich ein Blitz und Donner, dannach öffnet der Himmel die Schleusen. Regen prasselt auf uns hernieder vermischt mit Graupel, die schmerzhaft auf die Arme treffen. Knapp unterhalb des Passes und weit oberhalb der Baumgrenze gibt es keinen Schutz. Es hillft nix, da müssen wir durch. Das Wasser durchnässt sämtliche Kleidung und läuft in die Schuhe. Eine Viertelstunde hat uns  gefehlt, dass wir trocken die Höhe erreichten. So ist es aber wenige Minuten nach 12 Uhr, als wir vollkommen fertig den Pass erreichen. Trotzdem ist es für Theo obligatorisch, die Wasserscheide Donau-Schwarzes Meer / Etsch-Mittelmeer zu überqueren, bei diesem Regenwetter kann man plastisch sehen, wie die Wässer in verschiedene Richtungen abfließen!  (schon wieder Klugscheißerle! :) )

Die Räder werden abgestellt, sofort rein ins Bergrestaurant. Gut, dass wir Wechselklamotten dabei haben, so werden wir wenigstens obenrum wieder trocken. Dennoch, die südlichen Körperregionen einschießlich der Füße bleiben nass und kalt. Die warme Suppe und einige Kissen verhindern den Kältetod. So heftig das Unwetter war, so schnell ist es vorüber. Die Sonne lacht bereits wieder für das obligatorische Gipfelfoto.

Wir hatten vorgehabt, mit den Rädern wenigstens zurück nach Obergurgl zu fahren, um von dort mit dem Bus nach Sölden zu gelangen. Wir gehören nicht zu jenen, die an einer rasanten Abfahrt Freude haben. Zwar ist die Straße bereits abgetrocknet, aber mit den nassen Schuhen befürchten wir doch, bei der Abfahrt zu frieren. Wir bitten den Busfahrer, ob er uns ausnahmsweise mit nach Obergurgl mitnimmt, normalerweise ist das nicht vorgesehen und diese Busse haben auch keinen Fahradanhänger, es gibt lediglich am Heck des Busses einen Gepäckträger. Dieser Busfahrer gehört zu der netteren Sorte, er nimmt uns gerne mit. In Obergurgl belagern wir eine Sitzbank in der Ortsmitte. Bei strahlendem Sonnenschein trocknen wir unsere nassen Sachen und stärken uns mit Kaffee und Kuchen. Kerstin ist besonders stolz auf ihre Großtat, sie hat jetzt mit demm Rad die gleiche Gipfelhöhe erreicht wie Theo.

Fahrstrecke: 23,4 Kilometer    Höhenmeter: 1269m (gemäß quäldich.de)

Fahrzeit brutto 3 Stdn. und 20 Minuten.

Fahrzeit netto: Kerstin 2 Stdn., 54 Minuten    Theo 2 Stdn., 33 Minuten

 

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28. Januar 2017 6 28 /01 /Januar /2017 20:47

vor dem Start Bärbel, Kerstin, KatiNach der Schmach von Mörfelden ist für mich, Theo, zweierlei klar: Erstens werde ich in diesem Zustand nicht so bald wieder an den Start gehen und zum zweiten: ich habe bei den Mädels etwas gut zu machen. Also erkläre ich mich spontan bereit, die Mädels nach Rodgau zu bringen, sie dort zu coachen und wichtig, sie wieder heile nach Hause zu bringen.

 

Für Bärbel ist es Premiere in Rodgau. Kerstin und ich haben ihr so viel vorgeschwärmt, dass ihr nix übrig bleibt, als dort anzutreten. Auch für Kerstin ist der Start dort in ihrer derzeit guten Form und mit dem großen Ziel Pflicht, eine Gelegenheit, die sie sich nicht entgehen lassen will. Über die Modalitäten in Rodgau habe ich bereits alles geschrieben, wer mag kann in diesem Blog zurückblättern. Wesentlich: es handelt sich um eine fast ebene, durch Wald und Flur führende 5 Km-Strecke, die als Rundkurs im Idealfall (was aber weder Bärbel noch Kerstin vorhaben) zehnmal durchlaufen wird.

In der Frühe ist es auch heute noch recht kühl, die versprochene Milderung lässt auf sich warten. Um 9 Uhr am Start sind es immer noch - 6 Grad. Aber die Sonne wärmt schon etwas und der Wind wird sich heute von seiner sanften Art zeigen. Als Coach habe ich die Mädels gebrieft: langsam laufen, für die Runde 35 bis 37 Minuten (was man an der Uhr im Start/Ziel gut kontrollieren kann) einplanen und in jeder Runde die Verpflegungsstation ausgiebig nutzen, von wegen Hungerast und so.

Der größte Pluspunkt von Rodgau ist zweifellos die Gewissheit, dass man dort die Kati antreffen wird. Kati und ich kennen uns jetzt schon einige Jahre, sind locker per Mail in Kontakt und sehen uns ein oder zweimal im Jahr, meist entweder in Kandel oder in Rodgau. Immer wieder schön, sie zu sehen mit ihrer positiven Stimmung und ihrer Fähigkeit auch den kleinsten Hobbyläufer zu motivieren. Aufgrund dieser Eigenschaften ist sie sehr bekannt in der Läufercommunity, beliebt sowieso und ständig in Gespräche verwickelt.

Nach dem Start ziehe ich mich zurück, ich habe in der Nähe etwas zu erledigen, das mit Sport nichts zu tun hat. Doch bald bin ich zurück, gerade rechtzeitig um die beiden einträchtig in die 4. Runde laufen zu sehen. Sieht alles gut aus. Sie sind bei 1:51, also genau 37 Minuten pro Runde.

Da es im Start-Ziel-Bereich doch noch etwas schattig ist, beschließe ich, die sonnigen Abschnitte der Laufrunde aufzusuchen. Zunächst treffe ich auf Achim, der als Bärbels treuester Fan extra die Anreise auf sich genommen hat. Respekt! Das Läuferfeld hat sich bereits kräftig entzerrt, ich sehe die Führenden (Mann/Frau), die vom Fahrrad begleitet werden im beeindruckendem Tempo, ich sehe und grüße den Gerhard, den man hier genauso sicher wie die Kati antreffen wird. Bärbel und Kerstin kommen etwas dahinter. Kati hingegen ist weiter vorne.

Eine hübsche Dame spricht mich an. Sie habe mich in Mörfelden gesehen. Ich bin etwas erstaunt, dass sie sich ausgerechnet an mich erinnert, wo ich doch dort keinen bleibenden (zumindest keinen positiven) Eindruck hinterlassen haben kann. Doch, klärt sie mich auf, sie erkenne mich an meiner Mütze. Ach ja, diese habe ich auf dem Kopf zum Schutz vor Kälte bei meinem spärlichen Haupthaar und natürlich auch Kati zu Ehren, die diese bunte Mütze gestrickt hat. "Die habe ich von Kati!" erkläre ich stolz (und setze voraus, dass hier jeder die Kati kennt). Lächelnd zeigt sie mir ihre Mütze "Diese ist ebenfalls von Kati!" Zweifelsohne, erkennbar an der Farbigkeit, das stimmt, die Welt ist doch ein Dorf!

Ich gehe in der Runde weiter und gelange in den bewaldeten Abschnitt. Wieder kommt zuerst der Gerhard, dann kurz darauf Bärbel und Kerstin, immer noch gut drauf.

Etwas später sehe ich die Kati. Sie erkundigt sich nach Kerstin. "Etwa 500 m vor Dir, aber in einer anderen Runde", antworte ich ihr.  Ja, das ist klar, auch der Kerstin wird die Überrundung durch Kati kaum erspart bleiben. Ist kein Problem in Rodgau, hier gibt es eine bedeutende Leistungsspanne, aber die Besseren akzeptieren und respektieren die Langsameren ganz selbstverständlich, es sei denn, sie blockieren nebeneinander laufend die Überholmanöver.Verpflegung

Kurz bevor ich meine Gehrunde beende (bin ich jetzt auch ein finisher?), sehe ich die Dame mit Katis Mützchen wieder. Wir stellen uns vor, sie heißt Angela. Sie habe mitbekommen, dass meine Mädels sich in Mörfelden solche Sorgen um mich gemacht haben und dann gesehen, dass ich doch laufend in der Wechselzone angekommen (mit Mützchen) sei und nicht im Krankenwagen. Etwas peinlich! "Tja, da hatte ich etwa 20 Minuten Verspätung" versuche ich zu erklären. Es gäbe solche Tage, versucht sie mich zu trösten.

Im Ziel sehe ich Bärbel bei Achim. Sie hat, ihrem Körper gehorchend, nach 25 Km Feierabend gemacht. Gratulation! So eine Distanz hat sie bislang noch nie absolviert. Rodgau macht es möglich, sie ist auf einem gutem Weg  zur ihrem ersten Marathon. Kerstin hingegen hat noch eine Runde drangehängt.

Die Berherrschung der Grundrechenarten erlaubt eine Prognose, wann sie dann nach 6 Runden und 30 Kilometern im Ziel eintreffen wird. Es ist auch abzuschätzen, dass Kati sie dann eingeholt haben wird, natürlich mit einer Runde mehr. Und so kommt es auch. Ich sehe Kerstin und rechne fest damit, dass sie den Lauf beenden wird. Umso mehr bin ich überrascht, dass sie noch eine Runde dranhängen will. Psychologisch natürlich ein klarer Vorteil für das Vorhaben Marathon, wenn man die 35 Km schon einmal geschafft hat. Ich nehme die Abkürzung zur Verpflegung (800 m nach Start/Ziel), um sie dort nochmal zu motivieren. Sie lässt sich Zeit bei der Verpflegung. Als sie losläuft, ist Kati eingetroffen. "Kerstin ist wenige Meter vor Dir, vielleicht kannst Du sie etwas aufmuntern?"

Mehr kann ich nicht tun. Also kehre ich zum Start/Ziel zurück. Dort ist die Sonne bereits hinter den Bäumen verschwunden und im Schatten wird es langsam ungemütlich für die Bärbel. So kommt es uns lange vor, bis Kerstin im Ziel eintrifft.

Und, welche Überraschung, sie kommt gemeinsam mit Kati strahlend ins Ziel gelaufen! Natürlich wird Kati noch zwei Runden dranhängen, um die 50 Km voll zu machen. Aber man muss sich das vor Augen führen: Kati hat als stärkere Läuferin ihre eigene Ambitionen hinten angestellt (und dabei 3 bis 5 Minuten verloren), um einer schwächeren Läuferin zu helfen, die 35 Km zu schaffen.

Eine solche Einstellung zeichnet großartige Sportler und Menschen aus, Danke Kati!Kerstin n.35 Km im Ziel, Kati bei Km 40

Leider können wir uns nicht revanchieren und auf ihr Finish warten. Dazu ist es einfach zu kalt, selbst für mich, der nicht die Anstrengungen der Langstecke in den Knochen hat und also erst recht für Bärbel und Kerstin. Sorry, Kati! Aber wir sehen uns wieder, in Kandel, Rodgau oder anderswo.

 

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22. Januar 2017 7 22 /01 /Januar /2017 17:09

Nach unserem Fehlschlag im vergangenen Jahr raffen wir uns zu einem erneuten Versuch auf, diesen Wettbewerb zu bestehen. Wiederum sind wir nur 3 Personen am Start, aber im Gegensatz zum letzten Jahr erklärt sich Kerstin bereit zwei Teilstrecken zu bestreiten.

Sonntag früh 7:30 Uhr zeigt das digitale Thermometer an Theos Badfenster -10,5 Grad. Zusammen mit dem Dreikönigstag ist das die kälteste Nacht des Winters 2016/17 bisher. Letztes Jahr war es der einzige Tag mit Schnee (so dass Kati nicht anreisen konnte) und jetzt das. Ob man bei dieser Kälte überhaupt laufen kann oder soll? Bärbel zitiert einen kürzlich erschienenen Zeitungsartikel aus der Rubrik "Ratgeber", dass man es nicht sollte. Auch Kati zweifelt anlässlich ihres Dreiköniglaufs in den "läuferherzen.wordpess" daran, dass es gesund sein könne. Während der Fahrt wechselt die Temperaturanzeige des Autos etwas, zeigt aber um 8:15 in Mörfelden immer noch -9 Grad. "Perfekte Bedingungen für die Eisweinlese", merkt Kersin an, wohl wahr, aber hier im brettebenen Umfeld des Flughafens Ffm. gibt es (noch) keine Weinberge.

Immerhin 121 gemeldete Staffeln beantworten die Frage, ob man laufen könne, mit "Ja!"

Angesichts dieser Verhältnisse stellen wir unsere Startreihenfolge um. Statt Kerstin - wie geplant - als 1. und 4. Läuferin ins Rennen zu schicken, soll sie den 3. und 4. Teil übernehmen, also einen Halbmarathon. Das spart ihr den Wechsel der verschwitzten Klamotten in der Kälte, so nehmen wir an, außerdem sollte dann die Temperatur bei ihrem Lauf nicht mehr so bissig sein.

Also ist es Theo, der um Punkt 9 Uhr am Start steht. Zuvor stand er vor der an sich typisch weiblichen Frage "Was ziehe ich an?": Eine zweite dünne lange Hose (richtig), ein zweites dünnes kurzärmeliges Shirt unter dem Langarmshirt (richtig), ein Halstuch (richtig), die der Käte ausgesetzten Gesichtsfächen mit Babypopocreme abgedeckt (richtig), Handschuhe (entbehrlich) und als Krönung -im Wortsinne- eine kunterbunte Pudelmütze, von Kati handgefertigt. Was natürlich immer die richtige Entscheidung ist.

An sich mag Theo das kalte trockene Wetter, aber heute ist schon nach einem Km klar, dass der Wurm drin ist. Gut, die Trainingsvorbereitung war mangelhaft (wie meistens) und vielleicht hat man sich (wieder mal) auch vom Anfangstempo der Meute anstecken lassen, aber so schlecht, wie es jetzt läuft, hat er es sich nicht vorgestellt. Schnell ist er im Feld nach hinten durchgereicht. Okay, dann öfters eine Gehpause einlegen, dann immer öfters, dann wenigstens bei den Streckenposten laufen und nicht gehen, das ist die Eskalation nach unten. Der Schweinehund empfiehlt, an der Begegnungsstrecke abzukürzen, aber der Sportsmann behält die Oberhand. Irgendwie trotz Kurzatmigkeit und Hüftschmerzen mit Anstand zurück ins Stadion zu gelangen, bleibt als Aufgabe übrig.

Natürlich (und mit großem Abstand) als letzter gelangt Theo mit 1:25 ins Stadion. Unerwähnt soll hier bleiben, dass die beiden schnellsten Staffeln ihre zweiten Läufer bereits im Ziel haben. Bärbel und Kerstin warten schon 20 Minuten in der Kälte und voller Sorgen. Immerhin bleibt der Stadionsprecher (Jochen Heringhaus von runners point)  fair, unterlässt jede Häme und findet gar lobende Worte für Theos Kopfbedeckung. Wenn der wüsste, das diese von Kati stammt, die beiden sind sich sicher bei vielen Läufen schon begegnet und kennen sich persönlich.

Wortlos übergibt Theo den Chip an Bärbel, die sich wie weiland Rotkäppchen mit dem Kopftuch bekleidet in den Wald aufmacht. Aber auch bei Bärbel läuft es nicht wie gewohnt. Auch sie ist nach einem Kilometer gezwungen, eine Gehpause einzulegen. Offensichtlich machen bei den Hobbyläufern doch die Bronchien bei diesen Temperaturen nicht so mit. Den erfahrenen und guten Läufern hingegen scheinen die Verhältnisse weniger etwas auszumachen. Bärbel beschließt, die Sache mit Humor weiter zu betreiben. Sie verwickelt alle Streckenposten in Gespräche, die sie jeweils mit dem Wunsch für einen schönen Sonntag abschließt. Danach hat sie sich wieder etwas erholt und läuft weiter. Eine bemerkenswerte Taktik, die aber erfolgreich ist. Nach einer knappen 1:10 ist Bärbel zurück im Stadion, läuft ihre Abschlussrunde und gibt den Chip an Kerstin weiter.

Die Arme! Sie hat die Aufgabe, die Staffel nach Hause zu laufen. Zielschluss ist nach 4:30 Stunden, von denen bereits 2:35 vergangen sind, es bleiben ihr also nur 1:55 für den Halbmarathon übrig (bei einer Bestzeit von 2:00 (im Jahr 2015). Aussichtslos. Zwar hat Theo sie gebrieft, sie solle den Halbmarathon in Hinblick auf die künftigen Vorhaben fertig laufen und vielleicht wird die Zeitnahme auch etwas später abgebaut, wenn noch eine Staffel unterwegs ist. Wunschdenken, ausgerechnet von Theo, der es in diesem Jahr verzockt hat.

Gut, es ist mittlerweile spürbar weiniger kalt, in der Sonne lässt es sich schon aushalten, aber das ist nicht der Grund, dass es bei Kerstin gut läuft. Sie ist zurzeit einfach gut drauf. Lass den Theo reden, ich mache hier jeden- und ebenfalls nach einer Runde Schluss, denkt sie sich. Sie ist nicht so schmerzfrei wie Theo, dem es nicht zu viel ausmacht, als letzter anzukommen (wenn man einmal diese Erfahrung gemacht hat, lebt es sich ganz ungeniert!). Außerdem mag sie nicht alleine durch den Wald laufen, wenn bereits alle Staffeln zu Hause sind. Also beschließt sie, Tempo aufzunehmen für einen schnellen 1/4-Marathon. Und schnell ist sie: 1:03 benötigt sie nur, eine bravouröse Leistung bei diesen Verhältnissen und so früh im Jahr.

Sie bleibt bei ihrem Entschluss und gibt nach einer Runde ihren Chip zurück. Damit bereits zum zweitenmal: DNF, Did not finish! Seltsamerweise sind die Mädels überhaupt nicht enttäuscht. Sie versuchen Theo zu beruhigen, der wegen seiner desolaten Leistung geknickt ist. Und bereits auf der Rückfahrt in die Heimat fassen die beiden neue Ziele ins Auge, einen Halbmarathon im Frühjahr zur Vorbereitung für Größeres. Und ja, natürlich treten wir im nächsten Jahr hier wieder als Staffel an. Hat doch Spaß gemacht! (Häh?, die Endorphine halt!). Und dann, ganz bestimmt, laufen wir das Ding nach Hause!

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9. Oktober 2016 7 09 /10 /Oktober /2016 12:30

Die gleichen verwandschaftlichen Bindungen nach Nürnberg, die uns diese Stadt als Ziel unserer Pfingst-Radtour haben auswählen lassen, sind der Grund zur Teilnahme am Nürnberger Stadtlauf. Birgit wurde zufällig Zeuge dieser Veranstaltung in 2015 und bringt die honeyballs auf Trab. Michael,Kerstin und Theo lassen sich schnell begeistern, Heinrich ist verhindert, aber Bärbel schließt diese Lücke.

Wir entscheiden uns zunächst für die 10-Km-Distanz, von der wir alle hoffen, dass sie für uns ohne Probleme machbar sein sollte. Aber nachdem es bei Bärbel in der letzten Zeit einen deutlichen Aufwärtstrend gegeben hat, wechselt sie auf die Halbmarathondistanz. Kerstin zeigt sich solidarisch, sie will ihre langjährige Trainingspartnerin nicht alleine auf dieser Distanz lassen.

Wenn man in unseren gesegneten Breiten eine Straußwirtschaft aufsucht, so konsumiert man das hier übliche Getränk, den Wein, in "halben Schoppen". Ein Schoppen entspricht ursprünglich einem halben Liter, den "Halben" (Schoppen) bekommt man heutzutage in genormten Gläsern, die im günstigen Fall über die Eichlinie 0,2 Liter gefüllt werden. Wenn der Abend dann zu Ende geht, man aber noch keine Lust hat nach Hause zu gehen, weil die Unterhaltung im Freundeskreis nett und die Spätlese wohlschmeckend ist, bestellt man gerne noch ein "Piffchen", das ist sozusagen die Hälfte eines "Halben". Die Schwaben haben es da etwas einfacher, soweit ich weiß, trinken die ohnehin den Wein in "Viertele" (während in Rheinhessen dem Hörensagen nach bisweilen auch ein ganzer Schoppen getrunken wird).

Diese lokalkolorierte Abschweifung ist notwendig, um die folgende Bildsprache verstehen zu können: Während die beiden Spätlese-Runner Bärbel und Kerstin den "Halben" Marathon konsumieren, begnügen sich Birgit und Theo mit dem "Piffchen", also der viertel-Marathon-Distanz. Michael hatte "Zahn", fällt daher aus und füllt die Rolle des Coachs aus.

Als günstig erweist sich die Anreise vorab. Damit haben wir genügend Zeit zum Ausschlafen und Frühstücken, denn das Hotel liegt direkt an der Laufstrecke in der Nähe des Start-Ziel-Bereiches. Eine kleine Schwierigkeit besteht darin, dass Kerstin und Theo vor dem Start noch ihre Unterlagen abholen müssen. Bei der Registrierung müssen wir uns in eine lange Schlange anstellen, obwohl wir die Anmeldebestätigung mit Barcode (der aber dann nicht eingescannt wird!?) und einen eigenen Zeitmesschip haben. Danach werden wir in eine noch längere Schlange geschickt, um den Beutel mit dem Laufshirt in Empfang zu nehmen. Eine Startnummer gibt es nicht, dafür jedoch die Verpflichtung im neuen Shirt zu laufen.

Vor dem Start des 10-Km-Laufs stecken Birgit und Theo die Ambitionen ab. Birgit möchte, nachdem sie unter widrigen Bedingungen in 2016 erlaufene 1:17 für 10 Km zu Buche stehen hat, die 1:10 schaffen. In diesem Bereich sieht sich auch Theo, obwohl er seit Juni in Wallau diese Distanz nicht mehr absolviert hat. Zur Überraschung gibt es einen Pacemaker für genau diese Zeit, da schließen sich die beiden freudig an. Der Pacemaker, eine attraktiver durchtrainierter Mann, erläutert zunächst, dass die Distanz dem Viertel eines Marathons entspräche, damit etwa 550 m länger sei, er aber einen 7er Km-Schnitt laufen werde, so dass mit einer Ziel-Zeit über 1:10 zu rechnen sei. Nachdem Start stellt sich heraus, dass einige sich diesem Tempo anschließen wollen.Somit läuft da ein Grüppchen nebeneinander, das von dem Pacemaker gut motiviert, unterhalten und betreut wird. Birgit empfindet das als sehr angenehm, während Theo das Laufen in der größeren Gruppe nicht so mag. Er setzt sich einige Meter nach vorne ab, als es auf breiten Straßen durch und aus der Stadt hinausgeht.

Wir gelangen bei sehr angenehmen Bedingungen (etwa 14 Grad, bedeckt) zum Wöhrder See und laufen am nördlichen Ufer bis wir auf einer Brücke den See überqueren. Das ist mit mit 2 Rampen verbunden, zunächst bergauf, dann über Brücke, dann bergab. Bei dieser Gelegenheit sieht Theo, dass Birgit mit der Pacemaker-Gruppe etwa 30m hinter ihm ist. Für beide läuft es bis hierher gut. Theo überdenkt bei Km 5 sein Ziel neu. Nett wäre es doch, auch die 10,5 Km in 1:10 zu schaffen. Dazu ist es aber notwendig, auf der zweiten Hälfte nicht nachzulassen, sondern im Gegenteil das Tempo etwas anzuziehen. Birgit hingegen fühlt sich sehr wohl in der Gruppe und möchte bis ins Ziel dranbleiben.

Auf der anderen Seite des Sees geht es zur Stadt zurück. Jetzt hat es doch zu regnen begonnen und die Tropfen kommen uns mit einem lebhaftem Wind entgegen. Unangenehm, jetzt gilt es auf die Zähne zu beißen. Nach 8 gelaufenen Kilomtern sind wir in der City zurück. Vom Flusstal der Pegnitz geht es bergan in Richtung Lorenzkirche, zunächst auf der Straße, dann überraschend über eine kleine gepflasterte Gasse recht steil. Weniger als 100 Meter, aber diese bringen sowohl Theo als auch Birgit aus dem Tritt, eine kleine Gehpause wird erforderlich. Immerhin stellt Theo an der Lorenzkirche oben angekommen fest, dass der Pacemaker ihn noch nicht überholt hat. Das gibt ihm den Mut,auf den letzten 2 Kilometern und dem unangenehmen Belag der Fußgängerzone nochmal zu beißen.

Birgit hat zusätzlich das Problem, dass sich ein Schnürrsenkel geöffnet hat. Als dieses behoben ist, hat der Pacemaker doch einige Meter Vorsprung. Birgit setzt alles daran, die Lücke zu schließen. Kurz vor dem Ziel laufen wir über eine Rampe in den Stadtgraben. Am tiefsten Punkt steht Michael, der die beiden anfeuert, genau an der richtigen Stelle. Etwas weiter sorgt eine Samba-Trommler-Gruppe für Stimmung, Birgit möchte sie küssen. Dann muss über eine Rampe der Graben wieder verlassen werden. Es sind nur etwa 6 Höhenmeter, aber die tun an der Stelle richtig weh. Eine 180-Grad-Kehre und man sieht das Ziel auf breiter Straße vor sich. Hinter den Absperrzäunen stehen Bärbel und Kerstin. Jetzt noch mal alles für die Galerie geben, dann ist Theo im Ziel, kurz darauf folgt der Pacemaker mit der Gruppe und nur wenige Sekunden danach erreicht Birgit nach großartigen Kampf das Ziel. Wir sind erschöpft, stolz und zufrieden. Die beiden Piffchen sind schon mal geschafft.

Jetzt ist es an Bärbel und Kerstin, ihren "Halben" anzugehen. Michael, Birgit und Theo stellen sich hinter die Absperrzäune, um zu sehen, wie die beiden wegkommen. Kurze Zeit später kann man die beiden wohlgelaunt und noch vor dem 2:15 Pacemaker sehen, da muss man sich keine Gedanken machen.

Während Birgit und Theo sich im Hotel eine heiße Dusche gönnen und sich umziehen, laufen Bärbel und Kerstin die gleiche Strecke, wie die beiden anderen zuvor, Gut, dass unser Hotel direkt an der Strecke liegt, so können wir Bärbel und Kerstin zu Beginn ihrer zweiten Laufrunde sehen und anfeuern. Immer noch sind sie vor dem 2:15 Pacemaker. Allerdings haben sie einen Teil ihres Vorsprungs verplempert, weil Bärbel beim ersten Durchlauf Start/Ziel unbedingt den Sieger des Halbmarathons erleben wollte!

Theo schlägt vor, zur Lorenzkirche zu gehen, um sie dort an der Steigung zu erleben. Dort angekommen sehen wir die Läufer, die mit einer Zielzeit von 1:40 unterwegs sind.Das sieht doch schon sehr elegant aus im Vergleich zu unserem Gejogge!. Dann endlich sehen wir auch die blauen Ballons des 2:15 Pacemakers und tatsächlich kurz danach auch unsere beiden Hübschen. Auch Ihnen ist die Anstrengung des Laufes und des Anstiegs zur Lorenzkirche deutlich anzusehen. "Jetzt ist der höchste Punkt erreicht, nochmal Tempo aufnehmen und die blauen Ballons einholen!" fordern wir die beiden auf. Wir haben ja auch gut reden.

Auf unserem Weg zum Start/Ziel kreuzen wir nochmals die Laufstrecke. Tatsächlich sehen wir, dass Kerstin den Abstand zu den Ballons deutlich verringern konnte. Entsprechend lautstark ist unsere Anfeuerung: "Die Ballons holst Du Dir noch!" Bärbel konnte Kerstins Tempoverschärfung nicht ganz mitmachen, sie hat einen kleinen Abstand. Wir unterstützen sie mit allem, was wir haben: La Ola, Klatschen, Rufen, Schreien. Immerhin ist sie noch so gut drauf, dass sie sich mit einer Verbeugung bedanken kann.

Jetzt müssen wir uns aber wirklich beeilen, um auf dem kürzesten Weg zum Ziel zu gelangen. Gerade noch rechtzeitig bevor Kerstin ins Ziel kommt, Die blauen Ballons des Pacemakers stehen abseits, er lässt seiner gesamten Gruppe den Vortritt ins Ziel und applaudiert ihnen. Diese beiden Pacemaker, die wir erleben durften, haben wirklich einen super guten Job gemacht. Da kommt auch Bärbel. Wir sehen die Bruttozeit der Zieluhr und schreien sie ins Ziel. Geschafft!

Wir alle sind sehr zufrieden mit unseren Leistungen. Wenig später können wir die Ergebnisse mit den Nettozeiten im Internet lesen:

10,5 Km Birgit: 1:12:29 Der 79. Platz der AK und damit deutlich schneller als bei ihrem 10 Km-Lauf!

Theo: 1:09:33 Der 72.Platz der AK und eine solide Leistung. Endlich wieder Mal 10 Km durchgelaufen!

21,1 Km halbmarathon Bärbel: 2:14:23 und damit 8. der AK und - täräh - persönliche Bestzeit!!!

Kerstin 2:12:47 ebenfalls eine solide Leistung, auf der sie für größere Vorhaben aufbauen kann.

Birgit&Theo; Bärbel&Kerstin; In der 2. Runde; Nach dem Anstieg zur Lorenzkirche
Birgit&Theo; Bärbel&Kerstin; In der 2. Runde; Nach dem Anstieg zur Lorenzkirche
Birgit&Theo; Bärbel&Kerstin; In der 2. Runde; Nach dem Anstieg zur Lorenzkirche
Birgit&Theo; Bärbel&Kerstin; In der 2. Runde; Nach dem Anstieg zur Lorenzkirche

Birgit&Theo; Bärbel&Kerstin; In der 2. Runde; Nach dem Anstieg zur Lorenzkirche

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31. Juli 2016 7 31 /07 /Juli /2016 15:05
Juli 2016 "Passfieber, Teil 2: Kühtai-Sattel, Maloja-Pass und andere Dummheiten"

Die meisten der "zahlreichen" regelmäßigen Leser dieser Zeilen wissen ja bereits, welcher der zur Bezwingung vorgesehene Pass für den Sommer 2016 ist bzw. war: der Maloja-Pass, welcher Italien mit dem Schweizer Kanton Graubünden verbindet. Die honeyballs haben zu diesem Zweck ihr Basislager am Nordende der Comer Sees gewählt. Einerseits ist dadurch ist die Anreise zum Startpunkt in Chiavenna recht kurz, andererseits gibt es ja auch ein Leben im Urlaub außerhalb des Radfahrens und hier bietet der Comer See zahlreiche Attraktionen. Birgit hat in bewährter Weise die accomodation gemanagt, sie ist es auch, die zusammen mit Ursula das "Basislager" besetzt hält, während Heinrich, Kerstin und Theo den "Bergangriff" wagen wollen. Ein sehr wichtiger Job kommt auf Michael zu: Er übernimmt gleichzeitig (gutes Personal ist schwierig zu bekommen) die Aufgaben des Fahrers des Materialwagens, des Mentalcoaches und des sportlichen Leiters. Denn er ist diesen Pass bereits gefahren, als er 23 Jahre jünger war, aber auch mit 23 Kilo Gepäckzuladung im Rahmen seiner Alpenradrundreise.

Die Vorbereitungen für dieses sportliche Unternehmen verlaufen unterschiedlich. Heinrich tobt sich an den Wochenenden und nach der Arbeit im Taunus ab, insbesondere am "Hausener Berg", während Kerstin von Theo im Ötztal gequält wird: An zwei ersten Tagen werden jeweils 500 Höhenmeter mit dem Rad bewältigt, an die sich weitere 500 Höhenmeter zu Fuß anschließen. Auf diese Weise gelangen sie zur Amberger und zur Schweinfurter Hütte. Nach einem Ruhetag geht es dann von Oetz mit dem Rad auf den Kühtai-Sattel. Für Theo ist es nach dem Timmelsjoch (2013 von St. Leonard aus) der zweite Pass, der zum Ötztal-Radmarathon gehört. (Allerdings fahren die Teilnehmer dieses Ereignisses die vier zugehörigen Pässe an einem Tag!). Obwohl nur 1200 Höhenmeter bewältigt werden, verlangt dieser Pass alles ab. Die Steigungsspitzen (zum Beispiel in der Galerie nach dem Ort Ochsengarten) sind sehr hart. Stolz stehen Kerstin und Theo am Mittag des 11. Juli nach 18 gefahrenen Kilometern am Kühtai-Sattel in 2020m Höhe. Die rasante Abfahrt durchs Sellraintal führt nach Zematen, von dort geht es mit dem Zug zurück.

Theos Daten am Kühtai (netto): 18,56 Km 1200 Höhenmeter Fahrzeit 2:17:47 Durchschnittsgeschwindigkeit 8,08 Km/h Bruttofahrzeit ca. 2:55

Nach Studium seiner Wetter-App hat Heinrich den Dienstag, 26. Juli für die Bezwingung des Maloja ausgewählt. Alle sind sehr früh auf und etwas nervös, so dass Michael beruhigend einwirken muss. Punkt 7 Uhr ist Abfahrt mit dem Auto nach Chiavenna. Hier am Kreisel, wo sich in einer Meereshöhe von 326m die Wege zum Maloja- und zum Splügen-Pass verzweigen, hat das "Quäldich"-Portal den Startpunkt festgesetzt. Theo kennt da keine Kompromisse, Kerstin schließt sich "freiwillig" an, während Heinrich etwas oberhalb von Chiavenna einsteigen will. Es ist das erste Mal, dass er einen solche Aufgabe bewältigt, und er will unbedingt die spektakulären Serpentinen des eigentlichen Aufstiegs schaffen, der "Vorlauf" dazu ist ihm weniger wichtig.

Tatsächlich sind die ersten Kilometer hinter Chiavenna recht gut zu fahren, auch wenn es hier bereits stetig bergan geht. Theo als Lokomotive versucht ein Tempo anzubieten, das Kerstin im Schlepptau gut mitgehen kann. Als hinten Fahrende wurde sie mit einer Schutzweste ausgestattet, denn in den einschlägigen Veröffentlichungen wird vor dem Verkehr gewarnt. Irgendwann ist außerhalb der Leitplanke ein Radweg zu erkennen, auf den Theo wechselt. Das macht ansonsten kein Passfahrer und den Grund erkennen wir rasch: Während die Straße recht stetig ansteigt, werden wir auf dem Radweg schnell von der Straße weggeführt, er geht bergab zum Flüsschen Mera, um dann wieder umso steiler zu dem Örtchen Val Chiavenna zurückzuführen. Dieser Fehler hat uns einen kleinen Umweg, einige Höhenmeter und eine große Anstrengung zusätzlich eingebracht. Wir beschließen, dass die Straße nicht zu gefährlich ist, wir deshalb auf ihr bleiben werden und zudem die Warnweste entbehrlich ist. Es folgt ein kleiner Stausee und alsbald der Grenzübergang von Italien zur Schweiz.

Inzwischen hat Michael den Heinrich in dem Örtchen Vicosoprano in etwa 1070m über Meer abgesetzt. Als sportlicher Leiter muss er sich nun wieder um Kerstin und Theo kümmern, also zwischen den "groupetos" hin und her pendeln: "tete de la course" Heinrich und die "poursouivants" Kerstin und Theo. An dem Abzweig zum Örtchen Promontogno steht er und weist die beiden darauf hin, dass die neue Straße verlassen werden muss und die alte Passstraße genutzt werden muss. Grund ist ein längerer Tunnel, dessen Durchfahrung für die Radfahrer verboten ist. Aber ohnehin ist die Fahrt auf der alten Straße durch den Ort die reizvollere Variante.

Michael fährt zur Stelle voraus, wo der Felsen eine natürliche Brücke über die Straße spannt, um Fotos zu schießen, dann ist es wieder an der Zeit, sich um Heinrich zu kümmern. Dieser hat recht entspannt seine Fahrt fortgesetzt. Zwischen Vicosoprano und dem Örtchen Casaccia ist das Tal der Mera besonders reizvoll. Die Straße ist gut ausgebaut, die Steigung zunächst sehr moderat, so dass Heinrich gut vorankommt und dabei noch Sicht auf die umgebenden 3000er-Berge genießen kann. Dann aber, noch vor Casaccia nimmt die Steigung erheblich zu und die Straße gewinnt in einigen Kurven einiges an Höhe. Das setzt sich nach der wiederum entspannten Fahrt durch den reizvollen Ort fort. Allerdings lässt sich Heinrich Zeit, genießt die schönen Blicke und nutzt die Zeit zum Fotografieren. Als erster der Gruppe sieht er die zahlreichen Kehren, in denen die Straße in atemberaubender Weise am Talschluss die Höhe zum Maloja-Pass meistert. Ein geniales Zusammenspiel der Schönheit der Schöpfung mit dem menschlichen Geist. Nicht immer, wo der Mensch in die Natur eingreift, entsteht so etwas wie Kultur, aber hier hat der Mensch ein "Kunst-Werk" geschaffen, das den Betrachter in den Bann zieht und Respekt abnötigt: Vor der bautechnischen Leistung und vor den Menschen, die das mit Muskelkraft auf dem Rad bewältigen.

Inzwischen ist Michael zu Heinrich zurückgekehrt und gemeinsam finden sie eine hübsche Stelle zum Rasten, wo sie mit Blick auf die Kehren auf Kerstin und Theo warten können. Denn natürlich hatten diese beiden nie eine Chance, den Heinrich fahrend einzuholen. So kommt es gegen 11 Uhr zum beabsichtigten Zusammenschluss des "Pelotons". Allen geht es gut. Obwohl die Kehren Respekt einflößen, ist die Stimmung fast euphorisch zu nennen. Michael übergibt Theo die kleine Kamera, denn im folgenden Abschnitt, kann er mit dem Auto zum Fotografieren nirgends anhalten. Er wird uns bei der Ankunft am Pass erwarten.

Jetzt also ist der Moment gekommen, auf den wir seit Monaten hin gefiebert haben. Mit Elan gehen wir ans Werk. Kerstin hält sich etwas zurück, sie wird ihr eigenes Tempo fahren, dafür aber in einem Guss ohne Pause, während Heinrich und Theo abwechselnd immer einen kleinen Vorsprung herausfahren, der dann zum Fotografieren verplempert wird.

Es bewahrheitet sich, was Theo von seinen bisher gefahrenen Pässen berichtet hat: Die Kehren fahren sich besser als die langen steilen Rampen. Die Strecke von Kehre zu Kehre ist selten länger als 150 Meter, was ein psychologischer Vorteil ist. Dann gibt es die "schlechten" Kehren (Rechtsherum=Innenkurve) und die "guten" Kehren (Linksherum=Außenkurve), wo der Steigungsgradient freundlicher ist und wo man Platz hat zum kurzen Verschnaufen oder Fotografieren.

Kerstin ist positiv überrascht, als Theo ihr mitteilt, dass die Anhöhe fast erreicht ist. Noch drei oder zwei Kehren, dann sind wir oben. Michael steht links der Straße auf dem kleinen Plateau mit dem Kiosk, macht Fotos mit der zweiten Kamera und feuert uns auf den letzten Metern an. Mit roten Köpfen aber vor Glück strahlend kommen wir oben an. Wir umarmen und beglückwünschen uns und machen die obligatorischen "Gipfelfotos" in 1814 m über Meer nach über 30 gefahrenen Kilometern von Chiavenna aus, wo wir um 7:45 Uhr gestartet sind. Es ist jetzt 11:45 Uhr.

Ursprünglich war geplant bis St. Moritz weiterzufahren, um dort in einem Café einzukehren. Es ist Theo, der verkündet, darauf verzichten zu wollen. Ohnehin hätte es keinen sportlichen Wert mehr. Viel sinnvoller erscheint es uns das trockene, sonnige Wetter für einen Aufenthalt am Silser See zu nutzen. Überraschenderweise ist der nicht so kühl, wie es die Höhenlage vermuten lässt, bis zu den Knien stehen wir alle im Wasser. Auf den sonnenerwärmten Steinen lässt es sich mit Blick auf die Berge gut entspannen. Dann zieht jedoch Gewölk auf und einige Tropfen beenden das lauschige Stündlein. Michael bringt uns sicher und wohlbehalten mit dem Auto nach Chiavenna zurück. Ihm verdanken wir sehr viel und nur durch seine Unterstützung konnte es so ein schöner runder Tag werden, den wir mit einer Besprechung in einem Café in Chiavenna beschließen. Am frühen Nachmittag sind wir am Comer See zurück und werden von Birgit und Ursula freudig empfangen.

Theos Daten am Maloja (netto): 32,90 Km 1480 Höhenmeter Fahrzeit 3:09:02 Durchschnittsgeschwindigkeit 10,44 Km/h Bruttofahrzeit ca. 4:00

Nun könnte die Geschichte fertig erzählt sein, es wären noch einige Bilder einzufügen und gut ist es. Aber es gibt noch eine Fortsetzung: Bereits am nächsten Tag erkundigt sich Heinrich bei Theo, wie es denn mit dem "Bruder" des Maloja-Passes, dem Splügen-Pass bestellt sei? Mit diesem Pass hat sich Theo bisher allenfalls theoretisch beschäftigt, ihn auch für eine Radbefahrung ins Auge gefasst, aber nicht innerhalb der einen Urlaubswoche. Heinrich wendet zu Recht ein, dass die Gelegenheit einschließlich des Wetters günstig sei, weil wir den Pass praktisch vor der Haustür haben. Unschlagbares Argument! Allerdings ist die Passhöhe noch einmal 300 m höher und somit die Anfahrt von Chiavenna noch weiter und schwieriger! Und das, wo wir den Maloja bereits in den Knochen haben! Irgendwie (evtl. durch Aperol-Spritz-Konsum?) ist Theo milde gestimmt und bereit, einen Kompromiss einzugehen: Wir könnten uns einen Teil der Anfahrt schenken, wenn wir das Auto oberhalb Chiavennas abstellten? Ein Blick auf die Karte zeigt uns: Campodolcino könnte der ideale Ort sein. Auch Kerstin lässt sich nicht zweimal bitten. Lediglich auf Michael als Begleiter müssen wir dieses Mal verzichten, weil er bereits anders eingeplant ist.

Also starten wir erneut recht früh um 7 Uhr am Donnerstag, dem 28. Juli. Theos Sorge gilt dem Parkplatz, wo das Auto über mehrere Stunden legal abgestellt sein darf. Am Lago di Prestone werden wir fündig, dort gibt es einen für Picknick vorgesehenen Platz mit Blick auf den See und offiziellen Parkplätzen, die sogar (zumindest, was wir erkennen können) kostenfrei sind. Im Gegensatz zum Dienstag ist es aber recht kühl, wir befinden uns ja auf 1070 m Meereshöhe. Kerstin will zunächst überhaupt nicht aussteigen und zieht sich dann noch die Warnweste an, weniger aus dem Sicherheitsempfinden heraus, sondern um nicht zu erfrieren. Bis wir alle vorbereitet sind, ist es 8:15 Uhr.

Im Ort Campodolcino geht es sogar etwas bergab, dann aber bergan und das gnadenlos! Von den Wegweisern vor die Alternative gestellt, längerer Weg über Isola, oder kürzerer, für LKW gesperrter Weg, wählen wir den letzteren. 4 Tournamente, also Kehren, werden zur Theos Freude angekündigt. Bald darauf nochmals 10. Die es aber in sich haben! Nicht so spektakulär und ausgesetzt, wie am Maloja aber auch eng, verschachtelt, teilweise durch Tunnel und Galerien führend. Gut, dass Kerstin die Warnweste trägt, zusätzlich hat sie, wie Theo auch, eine Rückleuchte, während Heinrich sogar mit kompletter Beleuchtung unterwegs ist. Unbedingt hier zu empfehlen, am Maloja ginge es zur Not auch ohne.

Nach den 10 tournamentes erreichen wir den kleinen Ort Pianazzo und machen eine Ess- Trink- und Ruhepause. Kerstins Stimmung ist nicht so gut. Fast erfroren sucht sie die ersten Sonnenstrahlen und muss zum Essen regelrecht gezwungen werden. Aber stolz stellen wir fest, dass wir schon viele Höhenmeter erklommen haben. Auch das Areal vor uns ist gut zu überblicken und der weitere Straßenverlauf lässt erahnen: es ist machbar! Mit neuem Mut fahren wir los und für Kerstin läuft es immer besser. Sicherlich fährt sie nicht so kraftvoll wie die Männer und erreicht auch nicht deren Geschwindigkeit, aber sie fährt konstant und ohne Zwischenstops.

Bald sehen wir eine Staumauer und wissen, dass diese zum Lago di Montespluga gehört. Das lässt uns innerlich jubeln: Es kommt ja dann ein flaches Teilstück am See entlang und da der See fast in 2000 m ü. Meer liegt, kann es nicht mehr so weit bis zum Pass sein! Aber zuvor müssen wir erst die Staumauer erreichen, wo wir eine zweite kleine Pause vorgesehen haben.

Es ist sehr schön hier oben am See mit seinem blaugrünen Wasser: Zwar recht kühl, aber durch die Sonne und durch die Anstrengung erwärmt ist es für uns erträglich. Die umliegenden Berge überschreiten die 3000er Höhenmarke, ihre Schneefelder liegend leuchtend in der Sonne zum Greifen nahe vor uns. Ein herrlicher Tag, den wir da geschenkt bekommen!

Nicht allzu lange wollen wir uns aufhalten, die Passhöhe wartet noch auf uns. Flott lassen wir das Flachstück am See hinter uns, erreichen den Ort Montespluga, um danach wieder mit der Steigung zu kämpfen. Wie bereits am Timmelsjoch und verschiedentlich beim Wandern erlebt, macht sich bei Theo die Höhenmarke 2000m über Meer durch einen schnelleren Puls bemerkbar. Auch Kerstin macht heute diese Erfahrung, lediglich Heinrichs Pferdelunge scheint immun zu sein. Theo zieht das Tempo an, er will den Trainingseffekt der Höhenlage auskosten. Aber dann warten wir alle aufeinander, weil wir die Passhöhe gemeinsam erreichen wollen.

Diese ist um 11:07 Uhr nach 19 gefahrenen Kilometern mit 1040 erklommenen Höhenmetern erreicht. Glückwünsche und Gipfelfotos an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Die ankommenden Fahrer, meist auf dem Motorrad aber auch auf den Fahrrädern sorgen für das Gipfelfeeling, von dem Theo am Timmelsjoch so beeindruckt war und das Kerstin am Kühtai-Sattel so schmerzlich vermisste. Alle sind gut drauf, man hilft sich bei den Gipfelfotos, fragt nach dem Woher und Wohin. Besonders nett ist die Begegnung mit zwei Schweizern, darunter ein Herr aus dem Tessin, dem man seine 71 Lebensjahre kaum ansieht, und der jedes Jahr 5 Pässe mit dem Rad bewältigt. Alle Achtung!

Wir kehren zum Ort Montespluga zurück, essen Nudeln aus Buchweizen, trinken ein Glas Rotwein und machen uns sodann an die Abfahrt. Schmerzlich vermissen wir Michaels Shuttle-Dienst, aber es hilft nichts! Theo fährt voran. Es geht darum, vor den Kurven rechtzeitig abzubremsen. Bergab sind die Linkskurven die "schlechten" Kehren, da meist nur ein niedriges Geländer vor dem Abgrund schützt und ein Fahrfehler oder zu hohe Geschwindigkeit verheerende Folgen haben könnte. Aber schließlich ist es eine Rechtskurve, die als Innenkurve schwierig zu fahren ist und Heinrich zum Verhängnis wird. Genau in der Kehre begegnet Heinrich einem PKW, der ihm wegen der Enge ziemlich nahe kommt. Irritiert, evtl. auch touchiert fällt Heinrich mit dem Rad. Zunächst sieht alles recht harmlos aus: Rad und Herrchen in Ordnung bis auf kleine Schrammen am rechten Knie und an der rechten Hand. Wir können die Abfahrt bis zum Auto fortsetzen und erreichen unsere Unterkunft am Comer See am frühen Nachmittag.

Aber am Abend sind zwei Finger der Hand bedrohlich angeschwollen und rotblau verfärbt. Und jetzt, wo diese Zeilen verfasst werden, steht nach dem Besuch des Krankenhauses fest, dass mindestens ein kleines Stück des Fingerknochens abgebrochen ist und evtl. die Sehne beschädigt ist. Vielleicht muss sogar operiert werden! Heinrich trägt es bislang gelassen. Der Schmerz wird gehen, der Ruhm der Passbefahrung bleiben!

Theos Daten am Splügen (netto): 19,15 Km 1040 Höhenmeter Fahrzeit 2:08:47 Durchschnittsgeschwindigkeit 8,92 Km/h Bruttofahrzeit ca. 2:50

Anmerkung: Da dieser Pass seinen offiziellen Startpunkt ebenfalls in Chiavenna hat, zählt er für Theo als nicht bezwungen. Aber, was nicht ist, kann ja noch werden!

11.Juli 2016-Kühtaisattel
11.Juli 2016-Kühtaisattel
11.Juli 2016-Kühtaisattel
11.Juli 2016-Kühtaisattel

11.Juli 2016-Kühtaisattel

26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass
26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass

26.Juli 2016 Fahrt auf den Maloja-Pass

28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass
28. Juli 2016 Spluegen-Pass

28. Juli 2016 Spluegen-Pass

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19. Juni 2016 7 19 /06 /Juni /2016 22:25
Gute Laune vor dem Start
Gute Laune vor dem Start

Wie schon in den Jahren zuvor erläutert, ist dieser Lauf jener, der für Kerstin die längste Tradition hat und einfach "gesetzt" ist, da muss sie hin, gefühlt bereits zum 20. Mal. Sie wäre beleidigt, wenn Theo sie nicht dorthin begleiten würde, dieses Risiko möchte er nicht eingehen. In diesem Jahr ist auch die Bärbel wieder dabei, kein Wunder, denn sie ist in den letzten Monaten Kerstins treueste Trainingspartnerin gewesen.

Als wir uns am Abend zur Abfahrt treffen, hat gerade das Erdbeerfest begonnen. Leider von einem Gewitterstarkregen begleitet, wie es bereits seit Wochen häufig vorkommt. Keine gute Voraussetzungen für eine Open-Air-Veranstaltung und auch nicht für das Wachstum und die Vermarktung der Erdbeeren. Auch dieTrainingsumfänge von Theo bilden keine gute Voraussetzung für einen 10 Km-Lauf, aber Kerstin duldet da keine Ausreden, siehe oben.

Auf der Fahrt nach Wallau keimt in Theo die Hoffnung auf, dass der Lauf wegen des Wetters abgesagt wird, für ihn wäre es vielleicht gut, jedoch für den Veranstalter eine Katastrophe. Und so schlimm kommt es auch nicht, das schlechte Wetter bewirkt lediglich eine Verschiebung im Zeitablauf. Trotzdem werden wir bereits auf dem Weg vom Parkplatz zur Sporthalle, wo wir die Startunterlagen bekommen, ziemlich durchnässt.

Wir sind sehr erfreut, dass Bärbels Edelfan Achim überraschend dazu kommt. Das ist nicht nur eine moralische Unterstützung, sondern auch sehr praktisch, weil wir unsere Wertsachen und Schlüssel in sichere Verwahrung geben können. Etwas lustlos stellen wir uns am Start auf, immerhin hat der Regen fast aufgehört, aber alles ist voller Schlamm und Pfützen.

Die Laufstrecke hält keine Überraschungen bereit, sie ist seit Jahren unverändert und wir kennen jeden Winkel. Bereits nach 500 Metern verabschieden sich Kerstin und Bärbel von Theo nach vorne weg. Der muss heute sehen, wie er alleine klar kommt. Natürlich hat er einen Plan B und der sieht so aus: Langsam laufen, das Ganze eher als Trainingslauf ansehen und nicht als Wettkampf, aber versuchen, über die volle Distanz durchzukommen. Nach 2,5 Kilometern hat sich das Läuferfeld entzerrt, und Theo nutzt ein Gebüsch in der Feldlage, um ein Versäumnis vor dem Start nachzuholen. An der Steigung zu KM 3 geht er ein kleines Stück, um den Puls etwas zu beruhigen, noch vor zwei Jahren konnte er hier für Kerstin die Pace und Platzierungen gut machen. Dafür kann er dann auf dem ebenen Teil wieder loslaufen.

Weiter vorne hat Kerstin der Bärbel die Laufgemeinschaft aufgekündigt und sich an zwei Vereinsläuferinnen dran gehängt. Ist immer eine gute Idee, solches zu tun, denn im Allgemeinen verfügen diese über ein solides Gefühl für das Tempo, das sie konstant durchlaufen können. Aber auch Bärbel und Theo finden läuferisch Anschluss.

Bei KM 5 gibt es an der Straße erneut einen leichten Anstieg. Das ist die zweite geplante Gehpause für Theo. Sicher man verliert einige Platzierungen und Zeit, aber besser den Puls etwas zur Ruhe kommen lassen, als sich völlig abzuschießen. Und immerhin klappt es danach wieder besser und man kann zu den Mitläufern aufschließen. Es geht jetzt, unterbrochen durch einen kleinen Anstieg, eben bis leicht bergab weiter.

Bei 7,5 KM gelangen wir wieder in die Ortslage zurück Es kommt dann nochmal ein etwas einsamer und enger Weg am Bach entlang. Diesen nutzt Theo für seine dritte, allerdings nicht geplante Gehpause. Denn wie alle, weiß auch er, wie in Wallau das Finale aussieht: Der letzte Kilometer geht mit moderater Steigung aber konstant und gemein bergauf. Und hier kannst Du nicht gehen, hier musst Du laufen, das ist man dem anfeuernden Publikum am Rand schuldig. Erst etwas verwinkelt und an der Kirche vorbei, danach durch die Eltviller Straße (!) in einer langen Geraden zum Start/Ziel. Dieser letzte Kilometer ist Kerstins Paradestück.

So auch in diesem Jahr. Sie verpasst nur um eine Handvoll Sekunden die avisierte Ein-Stunden-Grenze.

Nur 3 Minuten später gelangt Bärbel ins Ziel. Sie ist total zufrieden mit ihrer Zeit und überglücklich, dass sie diese Distanz so gut bewältigt hat. Bei ihr stimmen Training, Ehrgeiz und Laufeinteilung. Super, herzlichen Glückwunsch!

Weitere 7 Minuten gelangt auch Theo ins Ziel, etwas demotiviert und enttäuscht, aber immerhin angekommen, ohne sich restlos abzuschießen.

Danke an Achim, dass er bei diesen ungemütlichen Bedingungen auf uns gewartet hat. Wir gehen in die Halle, um unsere Startnummer gegen Erdbeeren einzutauschen. Und die sind total lecker, reif und kein bisschen angefault. Wir fragen uns, wie das der Landwirt und die Lauforganisatoren jedes Jahr hinkriegen. Jedenfalls eine tolle Idee.

Theo braucht mädchenhaft lange, um seine nassen gegen trockene Klamotten umzutauschen. Dafür ist er eindeutig der schnellste bei Bratwurst, Kaffee und Kuchen. Jeder hat halt seine Qualitäten!

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23. Mai 2016 1 23 /05 /Mai /2016 14:13
Gegenüber Mainz
Gegenüber Mainz

Bereits vor einem Jahr auf unserer Radtour zur Nordsee wurde die Idee zu unserer Pfingst-Radtour 2016 geboren: Ziel sollte Nürnberg sein, zum Einen sollte unsere Deutschlandreise um weitere Regionen vervollständigt werden, zum Anderen leben dort die Enkelkinder von Birgit und Michael, Enkeltour, Teil 2 sozusagen.

Hinweis: Die Verfasser des Textes distanzieren sich von der automatisierten Silbentrennung!

1.Etappe Samstag vor Pfingsten, 14. Mai 2016: Von Erbach (bzw. Mz.-Kastel) nach Klein-Auheim 83 (bzw. 66) Km

Wir treffen uns am Erbacher Bahnhof. Birgit, Kerstin, Ursula und Heinrich werden zunächst den Zug nehmen, während Michael und Theo sich die volle Distanz gönnen wollen. Eine Stunde später kommen wir in Mz.-Kastel wieder zusammen. An der Mündung des Mains in den Rhein beginnt unsere diesjährige Radtour offiziell. Die Eisheiligen sind in diesem Jahr pünktlich und begleiten uns mit kühlem Wetter. Dunkles Gewölk verheißt zudem nix Gutes, aber nachdem Heinrich den ersten fallenden Tropfen mit seiner Regenkleidung trotzt, bleiben wir an diesem Tag zumindest vom Regen unbehelligt.

Wir folgen dem Fernradweg R3 immer am rechten Ufer *1) des Mains entlang, gönnen uns in Eddersheim eine Kaffeepause und gelangen nach Ffm. Höchst. Hier wechseln wir über die "Sodabrücke" (sie steht ohne erkennbaren Nutzen einfach so da) zum linken Ufer. Wir sind positiv überrascht, dass die Radwegeplaner einen solch attraktiven Weg durch das dichtbesiedelte und industrialisierte Gebiet im Westen Frankfurts ausgewiesen haben. Auch Ursula kommt ohne Probleme mit. Lediglich an einer engen rechtwinkligen Kurve in Schwanheim verliert sie kurzzeitig die Kontrolle über das komplexe System Rad-Mensch, löst das aber elegant durch beherztes Absteigen vom Rad, das dann alleine im Maschendrahtzaun zum Stillstand kommt.

Am Museumsufer in Ffm.-Sachsenhausen genießen wir den Blick auf die Skyline Mainhattens. Theo gönnt sich ein Eis. Da er der erste Kunde des Tages ist, bekommt er eine Extrakugel dazu geschenkt. Wir sind gut in der Zeit, so dass wir eine Extra-Schleife zum Dom und über den Römerberg drehen.

Dann geht es am linken Flussufer weiter. Offenbach lassen wir unbeachtet rechts liegen. An der Fähre am Rumpenheimer Schloss verabschieden wir uns vom R3, der hier wieder auf das rechte Ufer wechselt. Wir fahren am linken Ufer weiter, um unser Quartier "zum grünen Baum" in Kleinauheim zu erreichen.

Fußnote zu *1): rechtes und linkes Ufer definieren sich in Fließrichtung des Gewässers. Da wir mit dem Rad entgegen der Fließrichtung fahren, erscheinen die Angaben aus Sicht der Fahrtrichtung vertauscht.

2. Etappe Pfingsten, 15. Mai 2016 ("Kalte Sophie"): Von Klein-Auheim nach Obernburg 49 km

Kurze Etappe heute. Natürlich besuchen wir zunächst den Gottesdienst reißen uns dann aber los und verzichten auf den angebotenen Zopf und den Kaffee danach. Für Birgit und Theo ein bedeutsames Opfer. Aber wir wollen uns die Seligenstädter Basilika und den dortigen Apothekergarten anschauen. Wir werden nicht enttäuscht, vor allem für die kräuterkundige Ursula ist der Apothekergarten sehr inspirierend. Heute am Tag der Eisheiligen Sophie ist das Wetter gar nicht so übel, zwar kühl aber auch mit einigen Sonnenstrahlen. Michael und Theo machen sich über die leicht bekleideten Engelsfiguren lustig, was beim übrigen Publikum mit Missbilligung aufgenommen wird. Wir entgehen dem Platzverweis durch Weiterfahrt nach Aschaffenburg. Heinrich schlägt unter elektronischer Assistenz einen Wechsel auf das linke Ufer vor, so macht es auch der Mainradweg. Aber Theo sieht den Radwegweiser "Aschaffenburg 13 Km". "Warum sollte ich den ignorieren, wer weiß, welche Umwege der andere Weg bereit hält?" murrt er und fährt mit seinem Anhänger einfach weiter. Nur wenige Km später verlässt der Weg das Ufer und wir stehen rat- und schilderlos zwischen Schnellstraße und Mülldeponie. Zwar hilft Theos Orientierungssinn, den Weg zum Fluss wieder zu finden, dann aber behindern Treppen die zügige Weiterfahrt, was gerade für Theo mit dem Anhänger eine große Erschwernis bedeutet. "Geschieht Euch recht", denkt sich Heinrich und murmelt "Wieso hört hier keiner auf mich?"

In Aschaffenburg schauen wir uns das mächtige Schloss an und klären dann die Frage, ob der Kreuzgang der Stiftskirche romanisch oder gotisch sei. Er ist romanisch und somit behält die Historikerin zu Hause recht (Achtung, Insider !). Auch das bedeutende Bild "Die Beweinung Christi" (von Mathias Grunewald) ist hier zu sehen. Merke: Je älter wir werden, umso mehr verschiebt sich die Motivation unserer Radtouren von den sportlichen zu den kulturellen Aspekten.

Die anschließende Fahrt durch die Stadt über die Mainbrücke ist für Ursula nochmals eine Herausforderung, aber sie ist von Heinrich und "Bodyguard" Kerstin gut eingerahmt. Problemlos erreichen wir über Großwallstadt das nette Städtchen Obernburg und beziehen unser Quartier im "Karpfen". Der Main fließt hier von Süd nach Nord. An den beiden Ufern sind die Ausläufer des Odenwaldes (rechtes Ufer) und des Spessarts (linkes Ufer) zu erkennen.

3. Etappe Pfingstmontag, 16. Mai 2016: Von Obernburg zum Kloster Bronnbach 67 km (bzw. mit Abstecher nach Külsheim 81 km)

Gut gelaunt geht es am linken Ufer nach Klingenberg, wo wir über eine Brücke auf das rechte Ufer wechseln. (Theo hat seine Widerstände gegen die planmäßigen Flussquerungen aufgegeben, obwohl er deren Sinnhaftigkeit nicht immer erkennen kann.) Die Hänge an der Ufern sind steiler geworden, geologisch befinden wir uns hier im Buntsandstein, welcher immer mehr auch die Gebäude, Kirchen, Burgen und Schlösser prägt. Besonders hübsch sind auch die Brücken, die mit diesen Steinen gebaut wurden. Fast alle Brücken werden vom heiligen Nepomuk bewacht, eine besonders hübsche Statue finden wir kurz vor Miltenberg. In Miltenberg nehmen wir eine leicht versalzene Kartoffelsuppe zu uns, um uns für den über 30 Km langen Abschnitt nach Wertheim zustärken. Dieser Abschnitt bildet die südliche Kante des "Mainvier-ecks". Die Flussrichtung ist hier in der Hauptsache von Ost nach West, allerdings gönnt sich der Fluss einige Schleifen, was man auch daran erkennen kann, dass die Entfernung für die Autos erheblich kürzer ist. Aber wir nehmen die Umwege gerne in Kauf, denn am Fluss sind die Radwegen meist recht eben und die Landschaft auch viel beschaulicher als an der Straße.

Etwas überraschend kommt Regen auf, die Wetterapp hatte uns davor verschonen wollen. Unserer Stimmung tut es keinen Abbruch, wir sind kleidungsmäßig gut gerüstet. Kerstin fährt allerdings mit Winterhandschuhen, um dem Kältetod zu entgehen. Wir erreichen Wertheim doch etwas angestrengt und sehnen uns nach einer Pause, um uns zu verpflegen und aufzuwärmen. Zuvor müssen wir uns noch einigen, über welche Brücke wir fahren, ein Hinweis auf das Taubertal finden wir auf der rechten Mainseite nicht. Ja, wir müssen uns vom Main und seinem Radweg verabschieden. Ab Wertheim folgen wir der Tauber entgegen ihrer Fließrichtung, der zugehörige Radweg trägt das Attribut "liebliches Taubertal". Wir sind gespannt, ob sich die hochgesteckten Erwartungen daran erfüllen werden!

Jedenfalls finden wir den Einstieg in Wertheim sofort. Allerdings verläuft der Radweg nicht immer direkt am Flüsschen und jede seitliche Abweichung wird mit Steigungen erkauft, worauf sich Gefällstrecken anschließen. Das Tal selbst ist viel ruhiger als das Maintal, auch lieblich zu nennen, das bezieht sich jedoch nicht auf die Topographie des Radwegs! Nach 10 Km im Taubertal erreichen wir die Klosteranlage Bronnbach. Wir besichtigen die ehemalige Zisterzienserabtei, vieles ist "unserem" Kloster Eberbach ähnlich. Wir decken uns mit Wein aus dem Taubertal ein und finden im Gästehaus des Klosters ein angenehmes Quartier. Unserer Quartiermeisterin Birgit ist es zu verdanken, dass wir auf dieser Reise trotz der Pfingstferien in BaWü. und By. immer ein gutes Plätzchen für unsere müden Knochen finden.

Theo macht noch einen Abstecher nach Külsheim zu einem Besuch eines Bekannten, das sind nochmal 2x7 Km und einige Höhenmeter extra, allerdings fährt er ohne den Anhänger. Die übrige Gruppe sorgt dafür, dass er verspätet trotzdem noch sein Abendessen in der urigen Kneipe erhält und als Zugabe sogar noch einen Apfelkuchen mit einer extra Portion Sahne. Gute Freunde muss man eben haben!

4. Etappe Dienstag, 17. Mai 2016: Von Kloster Bronnbach nach Creglingen 72 Km

Doch, am nächsten Tag macht das liebliche Taubertal seinem Namen alle Ehre. Die Natur zeigt sich von ihrer schönsten Seite, das frische Grün der Bäume, das satte Grün der Wiesen und Felder, Maiglöckchen und Bärlauch, das leuchtende Gelb der Rapsfelder, das zarte Weiß der Apfelblüten, das kleine Flüsschen mit seinen Wehren, Mühlbächen und Brücken, liebliche kleine Ortschaften und vereinzelte Weinberge sorgen für immer neue schöne Eindrücke. Wir verlassen den Bundsandstein und gelangen in die geologische Formation des Muschelkalks. Das Tal weitet sich und der Radweg wird zum Glück weniger wellig. In Tauberbischofsheim besuchen wir Markt und Kirche und werden über das Wirken der hl. Lioba aufgeklärt. Erst in Bad Mergentheim gönnen wir uns eine Verpflegungspause. Ärgerlich empfinden wir die Ausschilderung des Radweges zum Zentrum, offensichtlich sind die Planer der Meinung, dass wir auch die entlegensten Gewerbegebiete durchfahren sollten, bevor wir durch den sehr schönen Ortskern entschädigt werden. Auch bei der Weiterfahrt aus dem Ort läuft nicht alles glatt. Das nächste Fernziel Weikersheim wird zwar angezeigt, dann aber teilt sich in der Menschenmenge das "Peleton", weil der zweite den ersten (Michael) nicht mehr im Auge hat. Die anschließende Suchaktion spaltet die Gruppe nochmals. Einige Telefonate und viele Minuten späten finden wir wieder zusammen.

Weikersheim zeigt uns seinen schönen Marktplatz und besitzt ein sehr schönes Schloss, das wir aus Zeitgründen leider nicht besichtigen können. Wie so oft müssen wir die Priorität auf das Erreichen des Etappenziels setzen. Kerstin freundet sich mit einem Mädchen an, das ein überaus schickes und topp ausgerüstetes Fahrrad sein Eigen nennt.

Die Tauber macht hier einen Bogen durch bayrisches Gebiet mit wunderschönen Ortschaften, kehrt aber dann wieder nach Baden*1 zurück, wo es nicht minder schön ist. Weniger schön ist die Lage der Jugendherberge in Creglingen, die, wie der Name besagt, auf dem Berge liegt, sonst hieße sie ja Jugendhertale. Aber wir werden sehr freundlich empfangen und zum Abendessen fährt uns die Chefin mit ihrem eigenen Auto in den Ort. Das Mitleid mit unserem erschöpften Aussehen ist einfach zu groß!

*) Hier irrte der Verfasser dieser Zeilen: Unbemerkt hatten wir in Edelfingen (Ortsteil von Bad Mergentheim) eine bedeutsame, wenn auch historische Grenze überradelt, nämlich die von Baden nach Württemberg. Wir kehren bei Creglingen also nicht nach Baden, sondern nach Württemberg zurück. Danke nach Külsheim für diesen Hinweis!

5. Etappe Mittwoch, 18.Mai 2016: Von Creglingen nach Flachslanden 58 Km

Zu unserer kulturellen Erbauung fügen wir am kommenden Tag einen kleinen Umweg ein: Wir besuchen die Herrgottskirche in Creglingen. Diese liegt etwas außerhalb des Ortes an dem Friedhof. Unsere befreundete Historikerin hat uns den Besuch empfohlen, denn diese Kirche besitzt mit dem Marienaltar des Tilman Riemenschneider einen kunsthistorischen Schatz. Mit den lebendig wirkenden Figuren aus Holz wird die Lebensgeschichte der Maria erzählt. Der Altar entstand kurze Zeit, bevor Creglingen im Zuge der Reformation evangelisch wurde (Quelle: www.hergottskirche.de). Fraglich ist, ob nach der Reformation eine solche Arbeit noch möglich gewesen wäre, aber es ist sehr erfreulich, dass diese Kunstwerke auch im evangelischen Besitz geachtet und erhalten geblieben sind.

Zurück auf dem Radweg zeigt uns dieser heute mit seinen zahlreichen und giftigen Anstiegen die Zähne. Hier kommen sogar die E-biker gehörig ins Schwitzen. Einerseits schauen wir etwas hochnäsig auf diese Sportskameraden herab, aber wir gestehen uns ein, dass für viele dieser Radweg ohne elektrische Unterstützung nicht machbar wäre. Und wer weiß, wie wir in wenigen Jahren unterwegs sein werden...

Ein Schild weist uns darauf hin, dass wir uns "nun im bayrisch besetzten Teil Deutschlands befinden". An der Tauber, die hier kaum größer als unsere Wisper ist, liegen einige sehr hübsche kleine Ortschaften, die es eigentlich nicht verdient haben, so unbeachtet von uns durchfahren zu werden. Wieder der alte Konflikt, aber wir nehmen uns vor, in einem anderen Urlaub das Taubertal gründlicher zu besuchen.

Schließlich gibt das Tal den Blick auf Rothenburg frei, welches ob der Tauber, d.h. oberhalb der Tauber liegt. Dieser Anstieg hat uns im Vorfeld einiges Kopfzerbrechen bereitet. Zunächst gewinnen wir noch entlang der Tauber fahrend einiges an Höhe, die überraschenderweise mit Hilfe einer hohen (obwohl alten) Brücke beim Queren der Talseite behalten werden kann. Dann geht es auf der Straße mit einigen Kurven in moderater Steigung hoch zur Stadt. An sich hatten wir vorgehabt, bis zum Bahnhof zu fahren, um von dort in die Stadt zu gelangen, aber kurz zuvor zweigt ein Fuß- und Radweg direkt in die Stadtmitte ab. Der allerdings so steil ist, dass wir ihn nur mit hochrotem Kopf und Schnappatmung bewältigen können. Wir sehen den Marktplatz mit dem Rathaus und dem sehr hohen Turm und besuchen die Jakobskirche, in der sich der Heilig-Blut-Altar befindet, welcher ebenfalls ein Werk des Tilmann Riemenschneider ist. Wir sind von der Detailtreue und Lebendigkeit der Figuren (z. Bsp. der Esel, auf dem Christus reitet) sehr beeindruckt.

Michael gelingt es mit seiner Kommunikationsfreude einen Geheimtipp für unser Mittagsmahl zu erhalten, so dass wir mitten im massentouristisch angehauchtem Städtchen eine Gastwirtschaft mit leckeren Gerichten zu moderaten Preisen finden. Wir haben uns bereits sehr mit der badisch-fränkischen Küche angefreundet: Schäufele, Ochsenbäckchen, Maultaschen und Bratwürste mit Kraut munden uns allen sehr!

Für Ursula gibt es heute einen Plan B: Sie nutzt den Zug, um einen Teil des sehr anstrengenden Tagwerkes zu erleichtern und fährt mit Umsteigen in Steinach nach Oberdachstetten voraus. Wir übrigen fünf nutzen den Altmühlradweg, der aber als solcher hier noch nicht ausgeschildert ist. Lediglich ein Schild weist auf den Hornauer Weiher hin, nachdem wir die A7 unterquert haben. Vor uns liegt ein Bergrücken. Theo ist sofort klar: Da müssen wir rüber, denn er hatte die Gruppe mental bereits darauf vorbereitet, dass die europäische Hauptwasserscheide (Nordsee vs. Schwarzes Meer) heute zweimal überquert werden müsse. Aber selbst er ist überrascht, dass der Anstieg nach Wachsenberg in der "Direktissima" in der Spitze mit 16 Steigungsprozenten erfolgen würde. Lediglich unserer Bergziege Kerstin gelingt es diese Steigung zu bewältigen, ohne abzusteigen. Sie reist allerdings auch wie Silbermond "mit leichtem Gepäck".

In Wachsenberg erreichen wir mit 497 m ü. Meer den höchsten Punkt unserer Reise. In Eltville sind wir bei 90 m ü. Meer losgefahren und noch heute früh in Creglingen waren es erst 278 m ü. Meer.

Nur kurz gelangen wir im Quellgebiet der Altmühl in den Abflussbereich der Donau zum Schwarzen Meer. Danach müssen wir erneut, aber moderat klettern und queren die Wasserscheide zum zweiten Mal knapp unterhalb der 500m-Höhenlinie. In Oberdachstetten befinden wir uns im Quellgebiet der fränkischen Rezat und damit wieder im Abflussbereich des Rheins in die Nordsee. Wir finden auch Ursula wieder, die mit Nussecken auf uns wartet. Dann und wann muss man auch etwas essen, wenn man sein Gewicht halten will! Jetzt sind es nur noch etwa 10 Km, bis wir nach erneutem Anstieg in Flachslanden in der "Rose" ein sehr nettes Quartier finden. Am Abend erhalten wir lieben Besuch von Theos Bekannten aus dem nahen Ansbach.

6. Etappe Donnerstag, 19. Mai 2016: Von Flachslanden nach Nürnberg 56 Km

Regen ist vorhergesagt, aber zunächst kommt es nicht so dicke. In geselliger Runde am Abend zuvor hatten uns die Freunde aus Ansbach vorsorglich Alternativen aufgezeigt: Besichtigung der Schnapsbrennerei, anschließend Autotransfer nach Ansbach und Fahrt mit der S-Bahn nach Nürnberg. Aber so weit musste es dann doch nicht kommen.

Wir fahren jetzt auf dem Bibertradweg. Die Bibert ist ein Bächlein, später ein Flüsschen dass fast geradeaus nach Osten fließt und bei Fürth in die Rednitz mündet. Bevor wir das Tal der Bibert erreichen, müssen jedoch einige Dellen der Topographie bewältigt werden. Ab dem Ort Unterbibert führt der Radweg entlang einer ehemaligen Bahnstrecke. Mit leichtem Gefälle kommen wir sehr rasch voran. Birgit und Michael kommt das entgegen, weil sie sich schon sehr auf die Enkelkinder freuen. Als wir in Zirndorf einen Wegweiser nach Nürnberg sehen, können wir sie nur mit Mühe davon überzeugen, den Umweg über Fürth zu nehmen. Dieser erscheint uns günstiger, weil wir immer am Fluss entlang und abseits der Straßen bis in die City Nürnbergs gelangen können. Bis auf einen kleinen Schnörkel in Fürth gelingt das auch gut. siehe *1) Obwohl es dann doch zu regnen begonnen hat, erreichen wir am frühen Nachmittag unser Quartier in bester Innenstadtlage. Die Räder werden im Keller verstaut. Nachdem wir gesäubert, getrocknet und umgezogen sind, werden wir freudig von Birgits und Michaels Enkelkinder begrüßt. Zur Feier des Tages gibt es eine von Theos Leibspeisen: Apfelstrudel mit Vanillesauce, echt lecker! Vielen Dank!

Der Tag und unsere Reise klingt in Nürnberg mit dem Besuch der Sebaldus- und der Lorenzkirche aus. Wir sind dankbar, dass wir diese Tour mit beinahe 400 Kilometern ohne Unfälle und Schäden bewältigen konnten. Wieder durften wir erleben, welch schöne Landschaften und freundliche Menschen es in unserem Deutschland gibt.

Während Birgit und Michael noch einige Tage bei ihrer Familie bleiben, kehren die übrigen vier am Freitag mit der Bahn in die Heimat zurück.

Fußnote zu *1): Genauer gesagt folgen wir nach der Einmündung des Bibert in die Rednitz dieser flussabwärts bis unweit der Stelle, wo dieser sich mit der Pegnitz zur Regnitz vereint ("Rednitz und Pegnitz bringen die Regnitz zu Weg"), danach fuhren wir die Pegnitz entgegen der Fließrichtung entlang nach Nürnberg. Dieser Wechsel der Fließrichtung (wir hatten die Flussvereinigung nicht gesehen, woran auch das schlechte Wetter schuld war) sorgte für die Schwierigkeit bei der Orientierung. Zwischendurch befürchtete Theo, dass wir von Fürth in Richtung Erlangen statt nach Nürnberg fahren würden. Als Radfahrer kann man es weder der Farbe (meistens) noch dem Geschmack des Wassers entnehmen, zu welchem Fluss es gehört. Hier wäre eine bessere Beschilderung hilfreich. Zum Lesen der kleinen Zusatzschilder und Symbole an den Radwegeschilder müsste man anhalten, absteigen und die Lesebrille aufsetzen. Dass wir jedoch den im Trog verlaufenden Rhein-Main-Donau-Kanal zuvor unterquert haben, ohne es zu bemerken, ist ein kaum zu entschuldigendes Versäumnis des Hobbyhydrologen Theo.

1. Etappe: Mainradweg bei Mz.-Kastel - Skyline Ffm - Römerberg - Rumpenheimer Schloss - Karte
1. Etappe: Mainradweg bei Mz.-Kastel - Skyline Ffm - Römerberg - Rumpenheimer Schloss - Karte
1. Etappe: Mainradweg bei Mz.-Kastel - Skyline Ffm - Römerberg - Rumpenheimer Schloss - Karte
1. Etappe: Mainradweg bei Mz.-Kastel - Skyline Ffm - Römerberg - Rumpenheimer Schloss - Karte
1. Etappe: Mainradweg bei Mz.-Kastel - Skyline Ffm - Römerberg - Rumpenheimer Schloss - Karte

1. Etappe: Mainradweg bei Mz.-Kastel - Skyline Ffm - Römerberg - Rumpenheimer Schloss - Karte

2. Etappe: Seligenstadt - Park - bei Aschaffenburg - Stiftskirche - Karte
2. Etappe: Seligenstadt - Park - bei Aschaffenburg - Stiftskirche - Karte
2. Etappe: Seligenstadt - Park - bei Aschaffenburg - Stiftskirche - Karte
2. Etappe: Seligenstadt - Park - bei Aschaffenburg - Stiftskirche - Karte
2. Etappe: Seligenstadt - Park - bei Aschaffenburg - Stiftskirche - Karte

2. Etappe: Seligenstadt - Park - bei Aschaffenburg - Stiftskirche - Karte

3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte
3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte
3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte
3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte
3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte
3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte

3. Etappe: Mainbrücke Klingenberg - Nepomuk an der Mudbrücke - Miltenberg, Marktplatz - Wertheim - Kloster Bronnbach - Karte

4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte
4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte
4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte
4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte
4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte
4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte
4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte

4. Etappe: Raps - Tauberbrücke - Apfelblüte - schöner Radweg -Kontakte - Schloss Weikersheim - Karte

5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte
5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte

5. Etappe: Abfahrt an der JH Creglingen - threehoneybells - schöner Radweg - Rothenburg Skyline - Stadt - Wasserscheide - on the summit - Karte

Nürnberg Pegnitzbrücke - Abschied - Karte
Nürnberg Pegnitzbrücke - Abschied - Karte
Nürnberg Pegnitzbrücke - Abschied - Karte

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15. März 2016 2 15 /03 /März /2016 23:46

Für mich, Theo, wird es endlich Zeit, wieder in die Puschen zu kommen. Erkältungen hin, Befindlichkeiten her, so kann es jedenfalls nicht weiter gehen. Gut, dass es Kandel gibt! Und gut, dass es die Kati gibt, die sich immer mal wieder erkundigt und die bequemen Ausreden wegwischt.

Bei Kerstin ist die Situation etwas anders: Sie ist viel fleißiger im Training, scheut aber ein wenig die Umsetzung im Wettkampf. So treten wir uns gegenseitig in den Hintern und machen uns am frühen Sonntagmorgen nach Kandel auf. Wir kennen uns ja bereits aus, so sind die Parkplatzsuche und die Nachmeldung für den Halbmarathon schnell erledigt.

Es ist 4 Grad warm, hochnebelig bedeckt und trocken. Gar nicht so schlecht, wenn nicht der stramme Nordostwind wäre. So lange als möglich bleiben alle im Warmen und stellen sich erst wenige Minuten vorher am Start auf. Kati sehen wir dadurch nicht.

Nach dem Start halten wir uns zurück. Den Pacemaker für Marathon 4:30 haben wir vor uns, aber wenn wir da mitlaufen, ist es unwahrscheinlich, dass wir das Ende des Rennens erleben. Immerhin bleibt er auf den ersten 3 bis 4 Km in Sichtweite. Bei der ersten Verpflegung nach 5 Km nehmen wir ein Getränk zu uns, verlieren dabei einige Sekunden und geraten dadurch in eine kleine Gruppe, die ein für uns sehr angenehmes Tempo läuft. Wir haben die Ortslage verlassen und laufen über Feldwege in Richtung des Bienwaldes. Dort ist es etwas geschützter vor dem Wind. Sehr attraktiv ist die Begegnungsstrecke ab etwa dem 7. Km. Es dauert auch nicht lange, bis uns die Spitzenläufer/innen des Halbmarathons entgegenkommen, darunter auch die Lisa Hahner.

Mein Ziel war es gewesen, die Zeitnahme bei Kilometer 10 zu erreichen. Dort hätte ich die Option, Kerstin alleine bis zur Wendestelle laufen zu lassen, um mich auf dem Rückweg ihr wieder anzuschließen, natürlich dann außerhalb der Wertung. Ich bin überrascht, dass ich überhaupt so weit mitgekommen bin, denn ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal die 10 Km am Stück gelaufen bin. Ein freundlicher Helfer ruft den Läufern die Zeit zu: 1:09, das bedeutet netto etwa 1:07 bzw. eine Km-Zeit von etwa 6:45 Min.

Der Ehrgeiz erwacht. Für Kerstin bliebe die Möglichkeit, einen Lauf unter 2:20 hinzubekommen und auch ich verwerfe die o.g. Option und beschließe weiter zu laufen, zunächst bis zur nächsten Verpflegung. Hier trennen sich unsere Wege, ich nehme eine kleine Auszeit, bevor ich Richtung Wendestelle weitertrabe, die sich etwa bei Km 12,5 befindet. Als Kerstin mir entgegenkommt, erhält sie noch einige aufmunternde Worte von mir. Ich selbst habe nach der Wendestelle mein Pulver verschossen und gehe in den Modus über, den ich bereits in Mörfelden gewählt habe: Laufen und Gehen. Bis 15 Km sind es etwas häufigere und längere Gehpausen, danach habe ich mich etwas erholt.

Von hinten nähert sich eine umgebaute 2CV-Ente (vermutlich Elektromobil) und ein Fahrrad, die den Spitzenläufer des Marathons (!) begleiten. Überholt werde ich etwa 2 km vorm Ziel. Diese Schmach hätte ich mir doch gerne erspart. Selber schuld, da hättest Du etwas mehr dafür tun müssen!

Irgendwann komme aber auch ich ins Stadion und laufe meine Abschlussrunde. Kerstin wartet schon. Wegen des Windes ziehen uns rasch um und gehen in die Halle, um dort etwas Warmes zu uns zu nehmen. Wir sind nicht unzufrieden 2:22 für Kerstin und 2:35 für mich. Mehr konnten wir nicht erwarten.

Jetzt wartet noch der zweite Teil des Jobs: Kati im Ziel zu empfangen. Zuvor kommt noch die Gruppe um den Pacemaker 4:00 gut gelaunt ins Ziel, eine hervorragende Punktlandung! Doch dann: Here she comes, Kati. Fröhlich und winkend genießt sie ihre Stadionrunde. Sie hat einige Fans, die sie gut kennen und anfeuern. Doch auch Ihr sind die Anstrengungen des Marathons nach dem Finish anzumerken. Kann ja auch nicht anders sein!

Fazit: Kandel lohnt immer. Hoffentlich können wir den Motivationsschub mitnehmen und umsetzen.

Vor dem Start - Kati im Zieleinlauf - Läuferasse unter sich
Vor dem Start - Kati im Zieleinlauf - Läuferasse unter sich
Vor dem Start - Kati im Zieleinlauf - Läuferasse unter sich
Vor dem Start - Kati im Zieleinlauf - Läuferasse unter sich
Vor dem Start - Kati im Zieleinlauf - Läuferasse unter sich

Vor dem Start - Kati im Zieleinlauf - Läuferasse unter sich

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18. Januar 2016 1 18 /01 /Januar /2016 21:32

Wie so oft ist es Kati, die uns auf dieses Laufereignis aufmerksam macht. Und diesmal liegt es tatsächlich nur „um die Ecke“ nämlich in Mörfelden: Die Marathondistanz ist als Vierer-Staffel zu bewältigen. Und im Gegensatz zum Normalfall sind es die Einzelläufer, die hier geduldet werden und die „nur“ in einer Sonderwertung erfasst werden. „Der Schwerpunkt liegt auf dem Teamgedanken, da müssen es mindestens drei verschiedene Läufer sein“ lautet die Idee des Veranstalters.

Katis Herausforderung ist so bestechend wie einfach: „Ihr stellt eine Staffel zusammen und ich laufe als Einzelstarterin gegen euch, da werden wir sehen, wer gewinnt!“ Relativ leicht finden sich vier Leute, die mitmachen wollen: Kerstin, Heinrich, Theo, dazu gesellt sich noch Bärbel, die diese Gelegenheit gerne nutzen will, um wieder mehr in Gesellschaft zu trainieren. Allerdings sind wir doch recht weit vom Trainingsfleiß vergangener Jahre entfernt und die Ergebnisse des Trainings sind auch nicht erquickend. Theo vermutet den Rieslingkonsum als eine der Ursachen. Somit bietet sich der Team-Name „Rieslingschnecken“ regelrecht an. Kati kontert prompt mit ihrer Anmeldung als „Rieslingschneckeneinsammlerin“.

Drei Tage vor dem Ereignis fällt Bärbel krankheitsbedingt aus. Die Details unterliegen der nichtärztlichen Schweigepflicht, aber einen Hinweis findet man in der Überschrift dieses Beitrags. Es gelingt uns nicht, so kurzfristig einen Ersatz zu finden. Spontan sind wir alle zunächst erleichtert: dann treten wir halt nicht an und sparen uns die Mühe und den Frust, zumal die Wettervorhersage Kälte und Schnee verspricht.

Aber bei Theo regt sich Widerspruch. „Die Kati nimmt diese Mühe der weiten Anfahrt auf sich, und wir kneifen! Ob wir am Rhein einen Trainingslauf machen oder ob wir in Mörfelden laufen, ist doch eigentlich Wurschd, auch wenn wir nicht in die Wertung kommen.“ So gelingt es ihm, Kerstin zu überzeugen, die wiederum mit ihrer weiblichen Argumentationsstärke Heinrich überreden kann.

Am Sonntag genügt ein Blick aus dem Fenster: Es ist nicht nur kalt geworden, sondern auch der erste Schnee in diesem Winter gefallen, der liegen geblieben ist. Die Anfahrt nach Mörfelden ist auf den ersten Kilometern nicht ohne, aber dann sind die Straßen doch gut befahrbar. Aber ob Kati das schaffen kann?

Diese Frage beantwortet sich rasch, als Kati um 9 Uhr immer noch nicht am Start eingetroffen ist.

Kerstin hat das Privileg als erste Läuferin des Teams zu starten. Die ersten 150m verlaufen auf der schneebedeckten 400m-Bahn, dann entschwindet Kerstin unseren Blicken im Wald. Heinrich und Theo ziehen sich ins geheizte Vereinslokal zurück. Auf Kerstin können wir uns verlassen, wir rechnen mit einer Laufzeit knapp über 60 Minuten und sind rechtzeitig an der Wechselzone. Bald können wir sie erkennen, als sie wieder auf die Laufbahn einbiegt, um die übrigen 250m der Stadionrunde zu laufen.

Wortlos übergibt sie den Zeitmesschip an Theo. Keine Zeit sich über die Besonderheiten des Rundkurses auszutauschen. Die Strecke verläuft fast ausschließlich durch den Wald westlich von Mörfelden. Die Waldwege sind gut befestigt und fast topfeben. Lange Geraden, dann und wann muss man rechtwinklig abbiegen. Hier stehen Streckenposten, die das Verlaufen unmöglich machen. Das ist eine Veranstaltung von Idealisten für die Läufer mit gehobenen sportlichen Ansprüchen, aber auch für Hobbyjogger, wie wir es sind. Das bisschen Schnee ist bei Temperaturen um null Grad unter den Schuhen der Läufer der ersten Runde bereits marginalisiert, es gibt kaum Stellen, wo es rutschig ist. Irgendwann gelangt man an eine Wendestelle, dann gibt es einen kurzen Abschnitt mit Begegnungsverkehr. Etwa bei Km 9,5 schließt sich der Rundkurs und man läuft zurück in das Stadion. Theos mangelnder Trainingsfleiß macht sich bemerkbar. Hier und da muss er das Tempo reduzieren und etwa 100 m gehen. Dann jedoch rappelt er sich wieder auf. Nicht nur wegen des Teamgedankens, nein es umtreibt ihn auch die Sorge, seine Arbeitskollegin, die in einer sehr schnellen Staffel als 3. Läuferin unterwegs ist, könne ihn ein- und überholen. Quelle blamage!

Und so gelingt es ihm doch noch einigermaßen zeitig zur Wechselstelle zu gelangen. Er übergibt an Heinrich mit der dringenden Bitte, nicht zu schnell anzugehen. Doch Heinrich hat mittlerweile seine Lektionen gelernt und ein relativ zuverlässiges Tempogefühl entwickelt. Dass mit ihm die Pferde durchgehen, wie früher, ist nicht mehr zu erwarten. Taktisch geschickt lässt er sich von anderen überholen. Diese behält er aber im Blick und nach der Wendestelle arbeitet er sich Meter für Meter wieder heran. Zweifellos hat er das größte Lauftalent in unserer Gruppe.

Theo und Kerstin rechnen damit, dass Heinrich kaum mehr als eine Stunde für seinen Abschnitt brauchen wird. Somit sind sie rechtzeitig am Start/Ziel/Wechselstelle um Heinrichs furiosen Schlussspurt zu bewundern und ihn anzufeuern. Fast zeitgleich finisht er mit der Staffel von Theos Arbeitskollegin. Mit der Einschränkung: Die haben 4 Starter für die ganze Marathondistanz ins Rennen geschickt, während wir nur ¾ der Distanz bewältigt haben.

Außerdem kommen wir so natürlich nicht in die Wertung und tauchen in keiner Ergebnisliste auf. Nur über die Zeit der anderen Staffel wissen wir, dass wir ziemlich genau 3:17 gebraucht haben. Kerstins Zwischenzeit finden wir im vorläufigen Ausdruck am Vereinsheim mit 1:05:57. Wir schätzen, dass Theo etwa 72 Minuten gebraucht hat und Heinrich eine Stunde. Und wenn Bärbel gelaufen wäre, hätten wir auch das Zeitlimit von 4:30 eingehalten.

Hätte, hätte, Fahrradkette! "DNF" Dieses Kürzel steht für die traurige Mitteilung "Did not finish". Aber sollen wir traurig sein? Nein! Wir haben uns sportlich betätigt, wissen um unsere Schwächen und wie wir uns läuferisch einzuordnen haben.

Die „Rieslingschneckeneinsammlerin“ wurde Opfer des Klimawandels. 10 cm heiter bis wolkig in weißer Form auf den Straßen haben sie zur Umkehr gezwungen. Macht nix, vielleicht sehen wir uns in Kandel? Und uns Rielingschnecken blieb die grausame Prozedur erspart, in kochendes Wasser geworfen zu werden oder mit Knoblauch in einer Pfanne zubereitet zu werden oder was auch immer die Franzosen mit Schnecken so anstellen.

die 1/4-Marathon Runde in Mörfelden aus dem Gedächtnis in die Karte übertragen, keine Gewähr für die Richtigkeit

die 1/4-Marathon Runde in Mörfelden aus dem Gedächtnis in die Karte übertragen, keine Gewähr für die Richtigkeit

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18. Oktober 2015 7 18 /10 /Oktober /2015 12:07

Theos Freude an bezwungenen Pässen bleibt bei den honeyballs und -ballerinas nicht ohne Folgen:

Michael kramt seine über 20 Jahre alten Tagebücher (noch mit Schreibmaschine geschrieben) heraus, in denen er seine Alpentour mit den damaligen Kumpels festgehalten hat. Tatsächlich ist er damals auch den Lukmanier von Disentis gefahren und das war nur ein Teil einer überlangen Etappe bei widrigen Witterungsverhältnissen. Ja, da waren wir alle noch jung...

Kerstin ist mit Theo bereits die Hausberge des Rheingaus (zur Hallgartener Zange und zur Förster-Bitter-Eiche) und im Sommer als ersten Pass in den Alpen den Wurzenpass von der slowenischen Seite gefahren.

Heinrich denkt ökonomisch: Es wäre doch schade, das neue Rad nur für den Pfingstausflug gekauft zu haben. Er würde sich beim nächsten Alpenpass gerne Theo anschließen. Ja gerne, sagt Theo, aber zuvor werde ich euch mit in den Taunus auf meine Lieblingsstrecke mit dem Rad nehmen. Das Wetter am 3. Oktober bietet sich an. Ein etwas unterkühlter Morgen mit strahlend blauen Himmel lädt uns ein, zumal erfahrungsgemäß sich der Rheingau an diesem Tag touristisch im Belagerungszustand befindet.

Kerstin und Heinrich sind schon genauso strahlend und erwartungsfroh am Treffpunkt, als Theo noch etwas morgenmufflich dazu kommt. Ganz locker und flach geht es durch die Orte bis Winkel, danach zum Eingewöhnen hoch zum und nach Johannisberg. Spätestens hier ist es uns warm geworden und spätestens hier beginnt für Kerstin und Heinrich eine Region, die sie noch kaum kennen und jedenfalls noch nie mit dem Rad gefahren sind.

Der weitere Weg führt auf der Landesstraße stetig bergan. Dennoch ist die Steigung zügig befahrbar und der Autoverkehr stellt kein nennenswertes Problem dar. In Stephanshausen geht es bergab in den Ort, dann aber sofort wieder bergauf, jetzt aber heftig. Für die Mühen des Aufstiegs werden wir durch einen tollen Rundumblick über die Felder belohnt, aber der Schweiß rinnt schon heftig über Gesicht und Rücken.

Jetzt kommt ein flacher bis welliger Abschnitt durch den Wald bis zum Weißenthurm, einem ehemaligen Bollwerk des Rheingauer Gebücks. Dort entzückt uns ein Baum in den bunten Farben des Herbstes (Bild1). Kurze Zeit später befinden wir uns in Presberg und machen eine Pause (Bild2). Theo stellt die verschiedenen Varianten des weiteren Tagespensums vor. Nein zurück will noch niemand, man habe ja auch Zeit bis zum Abend, also weiter, der Tag ist doch so schön. Die Fahrt hinter Presberg geht zunächst durch offene Landschaft mit wunderbaren Blicken auf das Jägerhorn, nach Ransel hinüber und sogar über den Rhein in den Hunsrück, dann jedoch bergab durch den Wald hinab ins Wispertal. Zwei 180-Grad Kehren lassen das Alpenfeeling aufkommen, Heinrich ist begeistert und will sofort wissen, ob man diesen Berg auch in umgekehrter Richtung befahren könne. "Ein anderes Mal, ganz bestimmt!" wird er von Theo vertröstet.

(Diese Tour haben wir dann nachgeholt, siehe Bilder von Lorch am Rhein nach Presberg mit Blick zum Jägerhorn und in den Hunsrück sowie der geniale Blick vom Eichberg nach Johannisberg)

Im Wispertal angekommen haben wir unsere mühsam erworbenen Höhenmeter alle wieder abgegeben. "Letzte Gelegenheit, unsere Tour über Lorch abzukürzen", schlägt Theo vor, aber darauf geht niemand ein. Somit fahren wir entlang der Wisperstaße Richtung Bad Schwalbach. Die Straße ist wegen Bauarbeiten eigentlich gesperrt, aber wir vertrauen darauf, dass wir mit den Rädern durchkommen werden. Der Anstieg der Straße ist sanft, neben der Straße murmelt das kleine Flüsschen, das Tal ist eng und lässt nur an wenigen Stellen eine Wiese zu, bevor es rechts und links bewaldet steil bergauf geht (Bild3). Die kurvenreiche Straße ist ein Magnet für die Motorradfahrer, aber wegen der Sperrung haben wir zunächst die Straße für uns.

Trotz der moderaten Steigung ist die Anstrengung nicht zu leugnen. Der kleine Hunger zwischendurch stellt sich ein, bei Kerstin ist es schon eher der Hungerast. Leider ist an der Laukemühle geschlossene Gesellschaft, so dass wir hier nicht einkehren können, also müssen wir weiter. Jetzt haben wir die Straße auch nicht mehr für uns alleine, die Sperrung der Straße ist beendet. Der folgende Anschnitt ist besonders kurvenreich, aber es geht ohne Probleme mit den Autos und Motorrädern. Wir erreichen Geroldstein und kehren im Bikertreff ein. Die Gäste, alles Motorradfahrer, sehen teilweise etwas verwegen aus, aber es ist eine freundliche Stimmung und niemand hat etwas gegen die unmotorisierten verschwitzten Radfahrer. Irgendwie sind wir ja auch "Biker". Das kulinarische Angebot ist auch okay, wir nehmen es als Wisperforelle, Currywurst und Apfelkuchen zu uns, die Geschmäcker sind halt verschieden.

Wir müssen weiter. Den angebotenen Abzweig übers Gladbachtal nach Eltville wird von Theo ignoriert, auch er will es jetzt wissen. Weitere Abzweige aus dem Wispertal folgen. Diese laden alle zu weiteren möglichen reizvollen Touren ein, aber heute nicht, evtl. im nächsten Jahr. Jetzt hat die Steigung doch zugenommen und vor Ramschied schalten wir vorne aufs kleine Blatt. "Wir verlassen die Straße, um dem Verkehr später auf der B260 aus dem Weg zu gehen" ordnet Theo an. Seine Ortskenntnis ist jetzt sehr wertvoll. Auf einem asphaltierten Feldweg geht es mächtig bergan, unsere Wangen sind gerötet. Passend dazu sehen wir eine Apfelbaum mit dunkelroten Äpfeln, ein herrlicher Kontrast zum dunkelblauen Himmel (Bild4). Am Westfalen- und Taunushof erreichen wir die Landesstraße nach Langenseifen und biegen links ab.

Gleich darauf hätten wir wieder nach rechts Richtung Fischbach abbiegen sollen, aber einen entsprechenden Zuruf Theos wird von Heinrich überhört. Das ist vielleicht gar nicht so schlecht denkt sich Theo, weil der Weg über Fischbach und Hausen uns weitere 150 Höhenmeter eingebracht hätten, für die uns möglicherweise noch die Kraft gefehlt hätte. Nachteil der ungeplanten Variante: Um die vielbefahrene B260 zu meiden, müssen wir einen Waldweg nehmen, eigentlich nix für Theos schmale Reifen. Im Wald erreichen wir mit 520 m über Meer den höchsten Punkt unserer heutigen Tour.

Aus dem Wald heraus genießen wir den Blick auf Bärstadt, bevor es rasant über Bärstadt und Wambach nach Schlangenbad bergab geht. Hier nochmal ein kleiner Anstieg, dann geht es weiter anstrengungslos über Martinsthal und Eltville nach Hause.

Am Ende des wunderschönen Ausflugs stehen 77 Kilometer auf dem Tacho. Etwa 850 Höhenmeter haben wir geschafft, für Heinrich und Kerstin als Einstieg nicht schlecht. Dennoch müssen wir uns für den avisierten Alpenpass noch steigern. Und welcher das sein wird, wissen wir bereits. Aber das wollen wir jetzt noch nicht verraten!

Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön
Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön

Herbstbaum - Pause in Presberg - Im Wispertal - Rote Äpfel-Von Lorch Rhein-Wisper nach Presberg-So schön

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